So spart die Stadt Geld
In einer Pressemitteilung vom 15. Juli 2010 erklärt die Stadt Oldenburg, dass in diesem Jahr der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis leider nicht verliehen werden kann, da der Haushalt zu spät genehmigt wurde und somit die Ausschreibungszeit zu kurz wäre.
Das wird die ambitionierten Kinder- und Jugendbuchautoren sicherlich begeistern – denn dieser Preis war immer eine große Herausforderung, weil er auch nur für AutorInnen und IllustratorInnen ausgeschrieben war, die erstmals mit einem eigenständigen Werk auf diesem Gebiet an die Öffentlichkeit gingen.
Na immerhin spart die Stadt Oldenburg so 7.600,- € und der diesjährigen KIBUM (Kinder- und Jugendbuchmesse) wird ein echtes Highlight genommen.
Herzlichen Dank an die träge Verwaltung! Vielleicht wurde so ja eine neue Möglichkeit gefunden, den angeknabberten städtischen Haushalt weiter zu entlasten. Manche Dinge erledigen sich dann einfach von selbst. Man muss nur lange genug warten.
Aktualisiert am 19. Juli 2010


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Stellungnahme eine Teilnehmerin. Die Vorgehensweise und die lapidare Handhabung in Bezug auf die Vergabe dieses Preises finde ich schlicht unverschämt.
Im Anhang mein Schreiben an die Stadtbibliothek Oldenburg
Sehr geehrte Frau Simon,
Mitte Mai 2010 habe ich dem Internet Ihre Ausschreibung zum Preis der Stadt Oldenburg entnommen.
Aus Ihren Ausschreibungsunterlagen ging hervor, dass dieser Preis jährlich vergeben wird. Als Einsendeschluss wurde der 15. Juni angegeben.
Ihre Ausschreibungsunterlagen liegen mir hier noch als Ausdruck vor.
Selbstverständlich bin ich zu diesem Zeitpunkt, Ihren aktuellen Angaben zu Folge davon ausgegangen, dass dieser Preis existent ist.
Sie stellen auf Ihrer Seite namhafte Jurymitglieder vor und werben auch gerne damit, wer diesen renommierten Preis bereits erhalten hat. Selbstverständlich bin ich von Ihrer Seriosität ausgegangen.
Umso mehr wundert mich Ihre lapidare Handhabung und Ihr Umgang mit den Teilnehmern in Bezug auf die Vergabe dieses Preises.
Nachdem ich meine Bewerbungsunterlagen fristgerecht zum 15. Juni in fünffacher Ausführung(!)- denn so sehen es Ihre Bestimmungen vor- eingereicht habe, erhalte ich nun Sage und Schreibe ganze 10 Wochen später von Ihnen einen Brief, in dem Sie mitteilen, dass Sie diesen Preis „nun doch nicht ausschreiben“ würden/ bzw. ausgeschrieben haben, allen Ihren Angaben zum Trotz!
Des Weiteren verweisen Sie darauf, dass die Ausschreibung „normalerweise“ – Ihr Wortlaut- bereits im Februar stattfinden sollte und nun deshalb die Ausschreibungsfrist zu kurz gewesen sei.
Dies entspricht keineswegs Ihren Angaben im Internet, denen zu Folge die Abgabefrist ja der 15. Juni war!
Auf ihrer aktuellen Website finden sich nach wie vor, bis heute, die Ausschreibungsbedingungen, die jährlich den 15. Juni als Abgabetermin festlegen!
Sie fügen im Text noch folgende Zeilen hinzu:
„Da Sie Ihrer ohne Ausschreibung zugesandten Einreichzungen Rückporto beigelegt haben, schicken wir Ihnen heute Ihre Exemplare zurück.“
Das ist sehr „freundlich“ von Ihnen, aber auch dies ist nicht richtig, denn selbstverständlich konnte ich davon ausgehen, dass diese Ausschreibung existent ist! (Siehe oben).
In einer Pressemitteilung vom 16. Juli teilen sie schließlich- einen ganzen Monat nach Ablauf der Bewerbungsfrist lapidar mit, dass der Preis nicht vergeben wird.
Sie berufen sich dabei auf die Genehmigung das Haushaltes 2010, der erst am 07. JULI genehmigt wurde.
Das daraufhin, die von Ihnen im Internet gemachten Angaben nun von Ihnen im Nachhinein, definitiv nach Ablauf der Bewerbungsfrist geändert wurden, ist schlichtweg eine Unverschämtheit!
Ich fühle mich persönlich von Ihnen verarscht- leider passt kein anderes Wort,
und empfinde ihre Vorgehensweise in Höchstem Masse als unseriös. Um so beschämenswerter ist es, das die Stadt Oldenburg und der Oberbürgermeister für diese Vorgehrensweise verantwortlich zeichnen.
Ich frage mich, ob Ihnen ihre Argumentation nicht peinlich sein müsste und denke, dass ich hier auch im Namen anderer Teilnehmer spreche.
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass die fünffache Ausführung, die sicher jeder Teilnehmer, für existente Ausschreibungen, gerne in Kauf nimmt, auch mit einem erheblichen Zeit- und Kostenfaktor verbunden ist.
Ihre mangelnde Anerkennung vor diesem Angagement der Beteiligten finde ich respektlos.
Ich frage mich, ob es eine rechtliche Grundlage gibt, die Ihnen gegenüber wirksam werden könnte, die zur Einhaltung Ihrer Ausschreibungs-bedingungen herangezogen werden könnte.
Der Passus Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, beinhaltet einen anderen Fakt, nämlich den, dass der Erhalt des Preises nicht einklagbar ist.
Ob jedoch unter diesen Umständen eine Klage zur Durchführung der Sichtung der eingereichten Manuskripte und Bücher, dieses eindeutig ausgeschriebenen Preises einklagbar wäre (unabhängig von der Qualität), bliebe abzuwarten.
Das Renommee dieses Preises hat auf jeden Fall gelitten.
An einer weiteren Ausschreibung für den Preis der Stadt Oldenburg werde ich mit Sicherheit nicht mehr teilnehmen.
Mich im Internet dazu zu äußern, wie eigenwillig Sie selbst Ihre Vergaberichtlinien handhaben, steht mir mit Sicherheit frei.
Ich erwarte von Ihnen eine Stellungnahme zu Ihrer lapidaren Handhabung.
Mit freundlichen Grüßen
C. Grünig
Na ja, bei allem Verständnis für die Empörung – in anderen Bereichen gehts deutlich schlimmer zu!
So betreibt das Stadtfest in Oldenburg unter dem Vorwand ein Forum für”Talente” zu sein eine Bühne, auf der der “Gewinner” eine “Publikumwettbewerbs” 500,- Euro “gewinnt” – also bis vor einigen Jahre noch eine normale Gage für einen Unterhaltungskünstler. Alle anderen gehen leer aus, so daß man über zwei oder drei Tage volles Programm bietet und dafür EINEN Künstler tatsächlich bezahlt!
Das ist nun keinesfalls etwa eine oldenburger Besonderheit, sondern wird mittlerweile landauf, landab fast überall so gemacht.
Immerwieder bekommen auch Künstler Angebote weit unter dem Durchschnittsniveau mit dem “Argument”, wir kennen sie nicht, aber wenn sie gut sind zahlen wir das nächst mal auch den volllen Preis. Wir ahnen es – es gibt kein “nächstes mal”, da kann der Künstler so gut sein wie er will.
Ähnlich sieht es auch in den tradierten Spielstätten aus. Etablierte Theater die bisher große Ensembles hielten, bauen rapide Personal ab und verpflichten Künstler nunmehr als “Subunternehmer” zu Mini-Gagen in “Stückverträgen”. So kommt der Schauspieler im mittleren Alter über ein karges Studentendasein auf annähernd Hartz IV – Niveau niemals hinaus – und geht, wenn irgend möglich, nebenbei kellnern.
Man könnte das lange fortsetzen, aber ich glaube, mein Anliegen ist deutllcih gewotrden – oder?
Wie die NWZ heute meldet, stehen wohl Artothek und Literaturbüro zur Schließung an – wegen “Geldmangel”.
SO geht man heute mit Kultur generell um und wo anders, z.B. in Wuppertal, schließt man eben auch schon mal ein ganzes, extrem renommiertes, Theater. Übrigens – nicht nur da…
Gerade sie, Claudia Grünig, wird es interessieren – falls sie es denn tatsächlich noch nicht wissen sollten – daß auch Bibliotheken von Schließungen bedroht und betroffen sind.
Nicht mehr lange und die Künstler treffen sich wieder in privaten Zirkeln bei einigen reichen Gönnern, die sich gern mit etwas “Exotik” schmücken möchten…
@3,
ganz genauso sehe ich das auch.
zu “Kindergartentante” @ 4:
Es gibt offenbar kein Thema, daß so ernst wäre, daß nicht irgendein Vollidiot daran noch etwas herumzualbern und zu fäschen fände. Tja, so ist das eben, wenn ein Medium seine Autoren zwingt “anonym” zu bleiben – und das auch noch aus tumber Eitelkeit und Sturheit, statt aus interesse seriösem Journalismus.
Peinlich, peinlich – “Bürgerzeitung”!