Sozialticket der VWG und die seltsame linke Frage zur Gegenfinanzierung
Heute konnte man der NWZ entnehmen, dass die Partei die Linke mal wieder einen Antrag und dieses Mal in den Verkehrsausschuss eingebracht hat, mit der Forderung nach der Einführung eines Sozialtarifes bei der VWG für alle Inhaber eines Oldenburg-Passes. Die Verwaltung der Stadt Oldenburg soll aufgefordert werden sich Informationen für die Tarifgestaltung bei den Städten Köln und Bremen für den öffentlichen Personennahverkehr einzuholen.
Die Verwaltung solle prüfen, wie hoch ein zusätzlicher städtischer Zuschuss in Oldenburg ausfallen würde, wenn alle Inhaber des Oldenburg-Passes das Recht erhielten, innerhalb der Stadt die Busse der VWG zum halben Preis zu nutzen.***
Da sollten sich aber jetzt die Wählerinnen und Wähler dieser Partei doch langsam mal wundern. Wie kann es denn angehen, dass gerade eine Partei, die sich angeblich den Begriff Soziale Gerechtigkeit auf die Fahne geschrieben hat, als eine linke Partei bzw. Ratsfraktion, als erstes die Frage nach der Gegenfinanzierung stellt?
Und wieso wird eigentlich der halbe Fahrpreis gefordert? Hartz IV-Empfängern und all den anderen Berechtigten eines Oldenburg-Passes stehen für den öffentlichen Personennahverkehr knapp 15 Euro im Monat hierfür zu. Das bedeutet für die Betroffenen nach Vorgabe der Sozialgesetzgebung, dass sie wenn sie mehr als diesen Betrag im Monat hierfür ausgeben, dass sie sich von den Sozialbehörden dann unter Umständen unwirtschaftliches Verhalten vorwerfen lassen müssten.
Geht man aber einmal ganz einfach von den bereits an die VWG gezahlten öffentlichen Zuschüsse der Stadt Oldenburg und vom Land Niedersachsen aus, dann bedeutet das, dass die VWG bereits Zuschüsse von ungefähr 2,15 Millionen Euro im Jahr erhält.
Nimmt man nun einmal das von der VWG angebotene Jobticket zur Forderung der Linken als Grundlage, welches sich sehr gut anbietet, da es für einen Preis zwischen 28 Euro und 35 Euro zu erhalten ist, und zwar je nach Rabattstufe, dann dürfte man davon ausgehen dürfen, dass dieses Ticket für alle Inhaber eines Oldenburg-Passes für 14 Euro im Monat mit sofortiger Wirkung ausgegeben werden könnte.
Denn teilt man die öffentlichen Zuschüsse von 2,15 Millionen Euro durch 14, dann könnte man hiervon im Jahr 153.571 Tickets bezuschussen, macht für den Monat 12.797 Tickets.
Die Preise für Kinder und Jugendliche müssten sich dann nur noch nach den prozentualen Anteilen im Regelsatz hierzu orientieren und entsprechend preiswerter sein.
Nur so würde man sich in meinen Augen den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend verhalten und zwar die Stadt Oldenburg genau so wie die auf ein Sozialticket angewiesenen Menschen.
Der Antrag der Partei die Linke, die wie jede andere bürgerliche Partei als erstes die Frage nach der Gegenfinanzierung stellt und die Anforderungen an die Betroffenen hierzu anscheinend außen vorläßt scheint mir da eher unqualifiziert und wohl populistisch.
Auch könnte ja die Prüfung der Forderung der linken Ratsfraktion unter Umständen bis zum St. Nimmerleinstag dauern, aber die betroffenen Bürgerinnen und Bürger brauchen jeden Tag bestimmt jeden Cent ihres kargen Lebensunterhaltes.
Würde mich freuen, wenn man sich seitens der Stadt Oldenburg dazu entschließen könnte meinen Vorschlag einfach zu übernehmen!
Mit freundlichen Grüßen
Suppenkasper
Hans-Dieter Wege, parteilos und Gegner asozialer Politik
Aktualisiert am 5. Februar 2010


[Ø 3,94]






> … die seltsame linke Frage zur Gegenfinanzierung
rote antifa-hexe AKA stramme kommunistin AKA linke frauenbewegte AKA usw bezeichnete in diversen Kommentaren die Linkspartei als “… die Partei, die sich anmaßend “Die Linke.” nennt …”. Auch wenn es mir schwer fällt, einer bekennenden Kommunistin und aktiven Gewerkschafterin zu zustimmen: wo sie recht hat, hat sie recht. Ein wenig klassenkämpferisches Gedröhne und ein zugegebenermaßen sehr gut aussehendes Feigenblatt, dazu noch ein wenig Kampf gegen Rechts und das war es auch schon. Oder sollte man doch noch zu der richtigen Erkenntnis gekommen sein, daß auch ein kapitalistisches System nur endlich ist?
Willkommen im Süstehm.
Pobatschnig K.
Der grundlegende Gedanke der tätigen Solidarität scheint jedenfalls den oldenburger linken Gruppen und Parteien insgesamt diesen Winter spätestens gründlichst abhanden gekommen sein.
Man scheint mit Nabelschau beschäftigt – oder wie es Franz-Josef Degenhardt ausdrückte: “…die nichts so intessiert, wie dei eigenen parfümierten Pöter…”
Na, dann hat die Fraktion ja doch noch reagiert, obwohl der Widerstand anfänglich groß war. Dafür muss man aber Verständnis haben. Fühlt sich hier der eine oder andere als letzter Überlebender des Stalinistischen Terrors – das ist der Erika Steinbach-Effekt -, dann scheint man dem Sozialen gegenüber wohl eher skeptisch eingestellt zu sein, auch wenn das eine mit dem anderen nichts zu tun. Hartz IV Empfänger radeln überwiegend, hieß es zunächst, wohl um ihre Trägheit zu überwinden, wie man dem Chaos der Argumente für und gegen das Sozialticket in der Diskussion entnehmen musste. Dass Hartz IV – Empfänger vor allem mit dem Fahrrad fahren, sollte dann zunächst empirisch belegt werden, und zwar durch die hartnäckige Behauptung eines Anwesenden, er würde schon seit vierzig Jahren mit dem Fahrrad fahren. Da empirische Beweise aber nur einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad haben und nur so lange gültig sind, bis der gegenteilige Fall eintritt, konnte jener Einwand gottseidank schnell widerlegt werden. Auch wenn die relativ kleine Schar der Gegner des Sozialtickets es nicht glauben wollen, ist dieser Winter ja nun relativ streng, die Bürgersteige und Fahrradwege sind bereits wochenlang vereist und so wird Radfahren zur Tortur, auch ohne Winterbekleidung. Wenn jemand stürzt und sich ernsthaft verletzt, dann heißt es wohl: kenn’ ich nicht, weiß ich nicht, scheißegal, ich nicht. Ein besonderes ” Herzchen”, aber nicht aus der Fraktion, verstieg sich sogar zu Äußerungen wie: “Armut gäb’ es nicht, die Menschen würden ja genügend Kalorien bekommen”. Also sind Menschen Tiere, die nur ausreichend fressen müssen, um zufrieden und glücklich zu sein? Diese Form von Sozialrassismus ist aber eine Ausnahme geblieben und keineswegs repräsentativ für die Linke. Dass die Frage eines Sozialtickets aber überhaupt so strittig war, muss man als skandalös bezeichnen und das geht auf das Konto der Fraktion. Dementsprechend liest sich auch ihr Antrag, nämlich mit wenig sozialem Engagement. (Impressario)
Eine saubere Linke braucht ein blitzblankes Partei-und Abgeordnetenbüro, bestimmt auch die Linke in Oldenburg?
Und wenn die Mitglieder es nicht schaffen, selbst für Sauberkeit in der Partei zu sorgen, dann muss natürlich eine Reinigungskraft her.
Aber muss dann in einer linken Partei auch ein ordentliches Arbeitsverhältnis begründet werden oder geht es in dieser sauberen Partei vielleicht auch wie folgt?
Kann ein MdL des niedersächsischen Landtages vielleicht alles möglich machen?
Na ja, vielleicht gilt ja die Devise:
“Hauptsache SAUBER!”
Eventuelle Fragen hier zu wird der Vorstand der Linken.Oldenburg bestimmt gerne hier öffentlich beantworten???
Kriterien für Werkverträge: Eine selbstständige Tätigkeit wird auch im Rahmen von Werkverträgen erbracht. Der Werkvertrag ist ein gegenseitiger Vertrag, in dem sich der/die Auftragnehmer/in zur Herstellung eines versprochenen Werkes und der/die Auftraggeber/in zur Entrichtung der entsprechenden Vergütung verpflichtet. Kennzeichnend ist demnach zunächst die Absprache, ein bestimmtes Werk herzustellen. Grundlage für die Ausführung des Werkvertrages ist eine vom/von der Auftraggeber/in erstellte Leistungsbeschreibung, in der er/sie seine/ihre inhaltlichen Vorgaben des Vorhabens zusammengefasst dokumentiert. Es wird – anders als beim Dienstvertrag – nicht nur ein Arbeitseinsatz, sondern ein bestimmter Arbeitserfolg geschuldet, für dessen Eintritt der/die Auftragnehmer/in das Risiko zu tragen hat.
Es kommt wie beim Dienstvertrag nicht auf die von den Parteien gewählte Vertragsbezeichnung, sondern auf die tatsächlichen Verhältnisse bei der Abwicklung des Vertrages an. Ein Werkvertrag darf deshalb nicht abgeschlossen werden, wenn nach den tatsächlichen Verhältnissen ein Arbeitsverhältnis entstünde.
Bei dem Werkvertrag wird ein Ergebnis, nämlich “das Werk”, geschuldet und bezahlt. Der Charakter der Tätigkeit ist eigennützig und selbstbestimmend (unternehmerisch). Dem entspricht ein eigenes unternehmerisches wirtschaftliches Risiko. Das bedingt, dass der/die Auftragnehmer/in nicht in die Betriebsorganisation des/der Auftraggebers/in eingegliedert ist, das Werk nicht zwingend selbst – persönlich – zu erstellen hat und seine/ihre soziale Existenz nicht auf diesem Vertragsverhältnis basiert. Auftragnehmer/innen bestimmen ihren Arbeitsort selbst und unabhängig, stellen eigene Arbeitsmittel zur Verfügung, tragen dafür auch die Kosten und haften für Mängel. Auftragnehmer/innen können häufig auch an Subunternehmer/innen delegieren oder Aufträge erteilen.
Im letzten Jahr kostete eine Monatskarte noch 41 Euro und im Jahr davor 39.10 Euro. In diesem Jahr kostet sie bereits 43.40 Euro. Mit einem Sozialticket wäre eine Monatskarte für 21.70 Euro erhältlich und Hartz IV-Empfänger sähen sich möglicherweise tatsächlich dem Vorwurf unwirtschaftlichen Verhaltens ausgesetzt und müssten damit rechnen, dass ihnen der Überbetrag wieder abgezogen wird. Mit einem ähnlichen Argument hatte die Fraktion der Linken einen Antrag auf Winterbekleidungshilfe abgelehnt, nämlich mit der Begründung, dies würde zu einer Verrechnung mit den Regelsatzleistungen führen. Also ist es zweifelhaft, ob die im Antrag enthaltene Foderung nach einer 50% Ermässigung realistisch ist und Hartz IV-Empfängern überhaupt etwas bringt. Dass mit dem Jobticket auch Gutverdiener eine Dauerfahrkarte zwischen 28 und 35 Euro erwerben können sollen, während Hartz IV-Empfänger und oldenburgpassberechtigte Geringverdiener und Rentner etc. mit Sozialticket immerhin noch 21.70 Euro für eine Monatskarte zahlen müssten, macht die Sache eben nicht gerechter und zeigt die Halbherzigkeit, mit der hier ans Werk gegangen wird.
“Versicherung gegen Schwarzfahr-Bußgelder”
Pariser Kollektive fordern, dass der öffentliche Nahverkehr ähnlich wie Schulen oder Arztbesuche nicht bezahlt werden muss. Man weigert sich, Tickets zu bezahlen. Strafgebühren werden aus einer gemeinsamen Kasse bestritten.
Jeden ersten Mittwoch des Monats treffen sich die Mitglieder des freien Versicherungsverbundes “La mutuelle de sans-ticket”, um sich zu besprechen. Möglich, dass übermorgen mehr Gäste kommen als sonst und gut möglich, dass unerwünschte Gäste darunter sind.
Das Geschäftsmodell dieser Bürgschaftskasse ist ungewöhnlich – jedes Mitglied zahlt monatlich zwischen 5 und 7 Euro in eine gemeinsame Kasse, aus der dann Strafgebühren für Schwarzfahren bezahlt werden. Das ist nicht gerade amtlich und verstößt gegen Gesetze. Dass die “Sans-Ticket”-Versicherungskassen seit heute morgen durch einen Artikel in der Zeitung Le Parisien in Frankreich und darüberhinaus einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurden, könnte gemischte Gefühle auslösen.
Laut Parisien gibt es ein Dutzend solcher Versicherungen dieses Typs in Paris. Kleinere Zusammenschlüsse von Freunden, Viertelbewohner oder Studenten, die auch weiter im bescheidenen Rahmen agieren wollen, wie ein anonymes Mitglied zitiert wird:
“Diese Vereine auf Gegenseitigkeit (i.O. ‘mutuelles’) wollen sich nicht in größere Organisationen (i.O. ‘méga-mutuelles’) umwandeln. Man will keine Schaltergeschäfte, wo die Leute dann nur kommen, um ihre Bußgeldangelegenheiten zu regeln.”
Den Vereinigungen liegt ein politisches Anliegen zugrunde; die Kollektive agieren mit dem Anspruch, das Interesse einer größeren Gemeinschaft zu vertreten. Insofern ist die neue Aufmerksamkeit auch willkommen, da es ihnen darum geht, der Öffentlichkeit klarzumachen, weshalb nicht “Schwarzfahren”, sondern die Geldstrafen (45 Euro in Paris), aber auch die zu zahlenden Tickets überhaupt ungerecht sind.
Genau nachzulesen sind die Begründungen, weswegen man sich weigert, die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmittel zu zahlen, exemplarisch in einem Manifest, das sich Metro-Samisdat nennt. Die Organisation, die es herausgibt, hat das gleiche Kürzel wie der Pariser Verkehrsbetrieb RATP, nur dass die Großbuchstaben hier für einen ganz anderen Fahrplan stehen: Reseau pour l’Abolition des Transports Payants, übersetzt etwa: Netzwerk für die Abschaffung des öffentlichen Personenverkehrs, der bezahlt werden muss.
Die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel sollte wie der Schulbesuch oder der Arztbesuch unentgeltlich sein, so die Begründung der Weigerung, ein offizielles RATP-Ticket zu lösen. Zur Illustration dieser Forderung hat man ein eigenes “solidarisches RATP-Ticket” geschaffen, das in allen Bussen und Bahnen hergezeigt werden soll. Öffentliche Gelder zur Finanzierung der RATP würden mit Werbung, “allerhand Gadgets” (Bildschirme in Metro-Stationen) und mit der teuren Jagd auf Schwarzfahrer in großem Maße verschwendet. Der kostenlose öffentliche Personenverkehr sei zu bezahlen, so das Kalkül der Alternativ-RATP.
Zum anderen rechnet das Kollektiv vor, wie sehr die offiziellen Verkehrsbetriebe zum Vehikel des Überwachungsstaates werden. Dieser Argumentionsstrang hebt damit an, dass in den Verkehrsmitteln nicht nur Jagd auf Sans-Tickets gemacht wird, sondern vor allem auch mittels verschärfter Personenkontrollen auf die Sans-Papiers. Moniert werden darüberhinaus die mehr als 6 000 Überwachungskameras auf den Pariser Linien und besonders der Navigo-Pass, ein mit RFID ausgestattetes Abo-Ticket für Pariser:
“Ein schmutziger Trick, diese Karte, die mit einer fundamentalen Regel bricht: mit der Möglichkeit, anonym herumzufahren.”
Thomas Pany03.05.2010
http://www.heise.de/tp/blogs/8/147544
@Suppenkasper,
da Sie o.a. Beitrag vollständig und damit unter Mißachtung sämtlicher Urheberechte und kommentarlos übernommen habe gehe ich davon aus, daß Sie der Gründung eines sogenannten “freien Versicherungsverbundes” nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber stehen würden. Bevor Sie allerdings Interessierte um sich sammeln sollten Sie vielleicht noch einen Blick auf den § 265a des StGB werfen. Dort kommt so ein häßliches Wort wie Beförderungserschleichung vor und es ist nicht nur von zivil- sondern auch von strafrechtlichen Konsequenzen die Rede. Wenn auch eventuelle Buß- oder Strafgelder von den Mitgliedern des Verbundes gemeinsam aufgebracht werden so dürfte es schwierig werden, jemanden für die Verbüßung einer (Ersatz)Freiheitsstrafe zu finden, abgesehen davon, daß so etwas rechtlich gar nicht möglich ist.
Trotzdem sollte sich niemand davon abhalten lassen, für einen kostenlosen oder mit sozialverträglichen Fahrpreisen ausgestalteten ÖPNV zu streiten.
Und wo das Problem mit einem mit RFID-Chip ausgestattem Fahrschein liegt erschliesst sich mir auch nicht. Ein eingeschaltetes Handy erfüllt den gleichen Zweck.
Pobatschnig K.
@Pobatschnig Karl !
Ob ich das nun richtig finde oder nicht wird wohl immer mein Geheimnis bleiben. Auf alle Fälle finde ich es falsch, wenn 1 Drittel der Insassen der Berliner Haftanstalt Plötzensee aus Schwarzfahrern besteht die nicht in der Lage dazu sind die Kosten für das Schwarzfahren zu bezahlen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/jeder-dritte-in-ploetzensee-sitzt-wegen-schwarzfahrens/1396434.html
Für diese Menschen wären doch die Pariser Beispiele eine echte Rettung.
Meiner Meinung nach sollte man den ÖPNV genau wie den Straßenbau allein über Steuern finanzieren.
MfG
Suppenkasper
@Suppenkasper,
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Auf alle Fälle finde ich es falsch, wenn 1 Drittel der Insassen der Berliner Haftanstalt Plötzensee aus Schwarzfahrern besteht die nicht in der Lage dazu sind die Kosten für das Schwarzfahren zu bezahlen.
>>
Haben Sie den von Ihnen verlinkten Beitrag selber nicht gelesen? Dort steht u.a.:
„Die anderen sind renitente Totalverweigerer. Die meinen, dass der Staat ihnen ermöglichen muss, von A nach B zu kommen. Die lehnen deshalb auch ab, die Strafe abzuarbeiten. So müssen sie diese eben irgendwann absitzen.“
Diese Klientel klammern Sie vollständig aus ihrer Argumentation aus und das empfinde ich als unehrlich.
Selbstverständlich sollte es für Menschen mit geringem Einkommen ermäßigte Fahrpreise geben, wie es diese schon vor Jahren auch hier in unserer Stadt gab. Allerdings stelle ich es mir genau so demütigend vor, jedem Busfahrer oder Kontrolleur meinen diesbezüglichen Berechtigungsnachweis vorlegen zu müssen, wie vor der Tafel für Lebensmittel an zu stehen.
M. E. geht die ganze Diskussion aber immer wieder in die gleiche falsche Richtung. Nicht die Forderung nach weiteren staatlichen Leistungen sollte die Maxime sein, sondern die Forderung nach Jobs die so viel einbringen, daß jedermann nicht nur das gewöhnliche Fahrtentgelt davon entrichten kann.
Pobatschnig K.
@Pobatschnig Karl! Ich kann mir kaum vorstllen, dass alle die Insassen von Plötzensee, die dort aufgrund von nicht gezahlten Gebühren einsitzen TOTALVERWEIGERER sind.
Die Mehrheit dürfte wohl einfach nicht über die finanziellen Mittel verfügen ihre Bustickets zu bezahlen.
Und übrigens: Würden Sie als Fußgänger auch alle Straßenbenutzungs- und Unterhaltungsmaßnahmen von Ihrem Lohn bezahlen wollen?
Derzeit müssen Sie das wohl, zumindest doch über die Steuern.
Gruß
Suppenkasper
@Suppenkasper,
ob die in ihrem Beitrag genannten einsitzenden Schwarzfahrer Totalverweigerer sind oder nicht halte ich für nachrangig und mag Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung werden. Wichtiger in diesem Zusammenhang wäre für mich die Frage, warum die überwiegende Zahl der Hartz IV-Bezieher eben nicht schwarz fährt.
Daß man ohne viel Zutun Schwarzfahrer werden kann, habe ich selbst erlebt. Vor einigen Jahren war ich auf Niedersachsenticket Single auf der Reise von Leer nach Rheine. Der Schaffner machte mich darauf aufmerksam, daß neuerdings das Ticket auch zur Weiterfahrt nach Münster berechtigt. In der Erwartung, daß mir dort auf dem Bahnhofsvorplatz Boerne, Thiel und Wilsberg gleichzeitig über den Weg laufen und ich keine Termine wahr zu nehmen hatte, fuhr ich bis Münster weiter. Da es aber nicht nur in OLdenburg regnet und ich auch keinen der genannten Krimihelden zu Gesicht bekommen hatte entschloß ich mich kurzfristig , über Osnabrück nach Haus zu fahren und stieg in den nächsten Zug zurück nach Rheine. Allerdings hatte ich dabei übersehen, daß es sich um einen Nahverkehrszug der Westfahlen-Bahn handelte. Alles Gezeter, Schreiben an die Verbraucherzentralen in NRW und NIS, an DB und Westfalen-Bahn brachten nichts. Letztendlich mußte ich die 40 € zahlen. Zwar ist das Ticket auf der Strecke Münster – Rheine gültig, aber eben nur in den Regio-Zügen der DB. Dumm gelaufen.
Gruß auch Ihnen
Pobatschnig K.
Schwarzfahren ein Mal anders:
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/303463.html
Pobatschnig K.
In Oldenburg ist Schwarzfahren ja nun schon seit längerer Zeit nicht mehr möglich, da die Busfahrer die Fahrkarten kontrollieren. Das führt dann manchmal zu Einstiegsstaus an der Vordertür. Manche Busfahrer bringen es auch fertig nur eine Türhälfte zu öffnen, so dass ältere Menschen, welche eine Einkaufstasche auf Rädern (vielleicht kennt hier jemand die richtige Bezeichnung?) mitführen, manchmal Schwierigkeiten haben einzusteigen. Wenn sie Pech haben, schert das den Busfahrer aber nicht. Er kommt nicht auf die Idee, auch die andere Türhälfte zu öffnen, so dass die betreffende Person bequemer einsteigen könnte. Dieses Prozedere, zunächst am Fahrer vorbeidefilieren zu müssen, führt auch dazu, dass die Busse vor allem im vorderen Bereich häufig überfüllt sind und die Fahrgäste immer mehrmals aufgefordert werden müssen weiter nach hinten durchzugehen, was meistens auf taube Ohren stößt. Auch können Fahrgäste manchmal nicht an ihrer Lieblingshaltestelle aussteigen, weil die Fahrer Angst haben, es könnten hinten Fahrgäste ohne Fahrschein zusteigen. Der Busfahrer öffnet zwar die Vordertüre, wenn jemand einsteigen möchte, vergißt aber, die Hintertüre zu öffnen, um den anderen Fahrgast aussteigen zu lassen. Es gibt auch Busfahrer, die keine Ausländer mögen, wie ich feststellen konnte. Und es gibt Busfahrer, die im Schwarzfahren eine persönliche Beleidigung sehen. Das sind dann wohl die Einhundertfünfzigprozentigen. Eine besonders beliebte Übung unter Busfahrern besteht auch darin, einen eilig rennenden Fahrgast die Zielmarke gerade noch erreichen zu lassen, um dann just in dem Moment, wo der Fahrgast, ja vielleicht, noch zwei Meter vom Einstieg entfernt ist, von der Haltestelle einfach abzufahren. Mich erfüllt das immer mit einer gewissen Bitterkeit, da ich mich dann an einen Schulfreund erinnern muss, dessen Mutter bei diesem Spiel, welches Busfahrer gerade gerne mit älteren Menschen treiben, einen Herzinfarkt erlitt und verstarb. Das ist dann besonders tragisch. Aber soll man deshalb einen solchen Busfahrer gleich erschießen? Über die VWG ließe sich sicherlich noch mehr sagen. Wer es einmal nacherleben möchte, wie es sich anfühlt, in einem mittelalterlichen Karren über einen schlecht gepflasterten Weg zu fahren, der sollte jedenfalls unbedingt die Busse der VWG benutzen. Ist vielleicht hilfreich, wenn man Nierensteine hat.
@Impresario ! Dann sind bestimmt auch diese zeitaufwendigen Ticketkontrollen dafür verantwortlich, dass man bei manchen Fahrern Glück hat, wenn man sich während der Fahrt und vor Allem beim Anhalten nicht das Genick bricht.
Letzte Woche Montag habe ich das selbst erlebt, ein Fahrer meinte anscheinend, es wäre lustig, wenn er an jeder Haltestelle mit einer Fast-Vollbremsung anhalten müßte?
Vielleicht sollte die VWG ja einmal statt Wert auf Fahrscheinkontrollen zu legen die Fahrpraxis und den Fahrstil einiger ihrer Busfahrer überprüfen?
Ganz bestimmt wären vor allem ältere Mitbürger hierfür besonders dankbar!
Mfg
Suppenkasper
Wert(h)er bambino che non vuole mangiare la minestra,
ähnliches habe ich auch schon erlebt. Und zwar am Julius-Mosen Platz. Da meinte doch eine dicke, fette Busfahrerin, sie müsste unbedingt ihren – ich glaube die nennen das Vorlauf – wahrnehmen und bog sofort nach dem Einsteigen in einer scharfen Linkskurve in die Ofenerstraße ein, woraufhin ich mir fast den Hals gebrochen hätte. Einige von denen verhalten sich einfach rücksichtslos. Vereinzelt gibt es aber auch nette BusfahrerInnen.
mich hätte ein Busfahrer mal fast auf dem Zebrastreifen überfahren. Ich glaube, dass die wohl auch unter Druck gesetzt werden, die Zeiten einzuhalten.
@16,
Gerade jüngere bzw. neu eingestellte Fahrer werden wohl auch, wie ich hörte, von den Busunternehmen schlecht bezahlt, obwohl sie eine Menge Verantwortung tragen.