Pressemitteilung Stadtjugendring Oldenburg e.V.
Diskussionsbeitrag des Stadtjugendringes Oldenburg e.V. zum Thema Graffiti:
Stadtverschönerung durch Graffitikunst
Prävention bedeutet alternative Wege gehenDer Stadtjugendring macht sich dafür stark, dass aus grauen(vollen) Autobahnbrücken und Bausünden farbenfrohe Stadtgebäude werden. Wir fordern, dass die Stadt Oldenburg zentrale und legale Arbeitsflächen für die GraffitikünstlerInnen zur Verfügung stellt.
Der Stadtjugendring nimmt die Position des Präventionsrates und der Bürgervereinen zum Thema Graffiti mit Befremden zur Kenntnis und wundert sich darüber, dass der Präventionsrat seine Arbeit nur durch Aussprechen von Verboten umsetzt. Aus unserer Sicht bedeutet Prävention, dass für bestimmte Handlungsweisen auch und gerade alternative Lösungen angeboten werden. Hier wird deutlich, dass der Präventionsrat sich stärker und vor allem objektiver mit dem Thema Jugend und Jugendkultur auseinander setzen muss.
Der Präventionsrat hat in der Vergangenheit mit den Spenden und den Fördermitteln der Stadt Oldenburg eine einseitige und wenig sinnvolle Aktion “Frischer Anstrich für Oldenburg” durchgeführt. Damals hat der Stadtjugendring kritisiert, dass Beseitigung von Sprayerflächen als Zielsetzung keineswegs über einen präventiven Ansatz verfügt. Aus der Sicht des Stadtjugendringes hat sich der Präventionsrat fälschlicherweise von kurzfristigen Erfolgen/Zielen leiten lassen. Aus unserer Sicht verspricht ein Informations- und Präventionsansatz mehr Erfolgschancen, wenn berücksichtigt wird, dass die GraffitianfängerInnen & -künstlerInnen gern legale Flächen bevorzugen, wenn ihnen solche geboten werden. Zudem hat der Präventionsrat bisher mit dem Stadtjugendring und der Graffitiszene keine Zusammenarbeit angestrebt. Weiterhin trägt das Klischeedenken sowohl der Bürgervereine und des Präventionsrates nicht dazu bei, dass Vorurteile gegenüber Graffitikunst entkräftet und die Toleranzgrenze in der Öffentlichkeit erweitert wird.
In seinem Aktionskreis Graffitikultur Oldenburg (AkGO) befasste sich der Stadtjugendring im Juni dieses Jahres auf einem im OT-Bloherfelde organisierten Symposium “Graffiti- Jugendkultur zwischen Knast und Galerie” mit dem Thema Graffiti. Auf dem Symposium waren sich alle Akteure einig, dass Kompensationsflächen – legal angemeldete Flächen – das illegale Sprühen in Oldenburg vermindern würden.
Der Stadtjugendring lädt alle Akteure der Graffitikultur ein, dem Jugendhilfeausschuss ihre Haltung zum Thema Graffiti mitzuteilen. Der Stadtjugendring wird alle ihm zugegangenen auch anonymen Stellungnahmen dem JHA übergeben und so zu einer fundierten Diskussion beitragen.
Eine Übermorgenstadt kann nicht mit ewiggestrigen Argumenten ihren Jugendlichen eine kreative Form der persönlichen Entfaltung verwehren, sie muss Ihnen alternative Lösungen anbieten. Ferner unterscheidet der Stadtjugendring zwischen einer Prävention, was legale Flächen anbieten und über Konsequenzen illegaler Graffiti informieren bedeutet und der Postvention, was Graumalen als Nachsorge bzw. “Entsorgung” eines angeblich als “hässlich” bezeichneten oder “nicht verstandenen” Bildes oder Schriftzuges bedeutet.
Bahattin Aslan
Vorsitzender des Stadtjugendringes
Tel: 0175 68 24 125
Ilyas Yanc
Abgeordneter des Stadjugendringes im Präventionsrat
Jan-Martin Meyer
Vertreter des Stadtjugendringes im Jugendhilfeauschuss
Lukas Krieg
OT-Bloherfelde
Aktualisiert am 16. November 2009

[Ø 4,00]






Mein Lieblingskontrahent Suppenkasper äußerte in einem anderen thread sinngemäß, ich stünde hier in der BZ in der Regel mit meinen Ansichten ziemlich alleine da. So sei es. Mit diesem Kommentar möchte ich vermeiden, daß das bisherige Schweigen zu den Forderungen des SJR sowie des AkGO nicht nur als Zustimmung von Vertretern bestimmter gesellschaftlich relevanter Gruppen, sondern möglicherweise sogar als eine solche breiter Kreise interpretiert werden könnte. Zumindest letzteres ist m. E. nicht der Fall und um Mißverständnisse garnicht erst aufkommen zu lassen: ich empfinde diese Forderung als unverschämt und den Ton, in dem sie vorgetragen wird, als arrogant und anmaßend.
Abgesehen davon frage ich mich, mit welchem Recht hier Extrawürste für eine Gruppe von Personen gebraten werden sollen, die in der Lage sind, die für ihr Hobby nicht unbeträchtlichen finanziellen Mittel aufbringen zu können. Wer nicht weiß, wo von ich rede, sollte sich in den nächsten Baumarkt begeben und sich über die Preise von Farbspraydosen informieren.
Weiterhin mutmaße ich, daß die studentischen Mitglieder des SJR überwiegend aus einer Fakultät kommen, in dem das Studium des ML derart aufwendig ist, daß für so profane Themen wie z.B. die “Theorie des zerbrochenen Fensters“ keine Zeit mehr übrig bleibt. Ich meine damit den Zusammenhang von Graffiti und Kriminalität. Sicher werden mir zahlreiche Leser_innen der BZ vehement widersprechen, aber gerade neuere Forschungsergebnisse der Rijksuniversiteit Groningen sprechen eine ziemlich deutliche Sprache. Wer sich intensiver mit diesem Thema auseinander setzen will, kann auch auf Forschungsergebnisse renommierter amerikanischer Universitäten zurück greifen, in denen von einer “hohen signifikanten Korrelation“ zwischen der Zunahme von Graffiti und Straßenkriminalität die Rede ist.
Daher sollte nicht die “ Position des Präventionsrates und der Bürgervereine zum Thema Graffiti“ mit Befremden zur Kenntnis genommen werden, sondern die Forderung des SJR und des AkGO.
Pobatschnig K.
Pobatschnig Karl schrieb:
>Abgesehen davon frage ich mich, mit welchem Recht hier Extrawürste für eine Gruppe von Personen gebraten werden sollen, die in der Lage sind, die für ihr Hobby nicht unbeträchtlichen finanziellen Mittel aufbringen zu
können. <
Sie haben offensichtlich nicht verstanden, daß es hier um Kunstförderung geht. Auch aus diesen Kreisen sind, wie zuvor in der Kunstgeschichte einmal aus den Kreisen der Werbegrafiker z.B., bedeutende Künstler hervorgegangen. Übrigens sind sich auch Graffitti und Werbung ja in ihrer Positionierung im öffentlichen Raum sehr nahe.
Kunst kommt ohne öffentliche Förderung, gerade und besonders des Nachwuches, aber nun mal nicht aus. In vielen Bereichen betrifft das, bei Theatern z.B., auch nicht nur den Nachwuchs. Theater, Museen usw. sind STÄNDIG auf Förderung mit öffentlichen Mitteln angewiesen.
@Kindergartentante,
>Sie haben offensichtlich nicht verstanden, daß es hier um Kunstförderung geht.
1. Als Banause erlaube ich mir kein Urteil darüber, ob es sich bei Graffiti um Kunst oder einfach nur Sachbeschädigung handelt. Über den Zusammenhang von Graffiti und Kriminalität habe ich mich in meinem Kommentar #1 geäußert. Weiterhin zwingt mich kein Mensch dazu, “Theater, Museen usw.” zu besuchen, während mir der Anblick dieser Machwerke – bei den meisten handelt es sich in meinen Augen um solche – in der Öffentlichkeit aufgenötigt wird.
2. In Zeiten wirtschaftlicher Not halte ich die Förderung sozialer Projekte für dringlicher als die Förderung von Kultur und Kunst. Die Beschäftigten der genannten Institutionen dürfen mir gern widersprechen.
3. Graffiti und Werbung mögen sich “in ihrer Positionierung im öffentlichen Raum sehr nahe” sein. Wenn mir diesbezügliche Werbung auf den Senkel geht, dann werde ich das beworbene Produkt nicht kaufen und damit dürfte auch die betreffende Werbung wieder verschwinden. Und zwar auf Kosten des Verursachers. Was wiederum bei Graffiti eher nicht der Fall sein dürfte.
Pobatschnig K.
Pobatschnig Karl schreibt:
>Als Banause erlaube ich mir kein Urteil darüber, ob es sich bei Graffiti um Kunst oder einfach nur Sachbeschädigung
handelt.<
Warum beuteilen sie das denn dann in ihrem ersten Beitrag, wenn sie nach eigener Aussage keine Ahnung haben?
Und ganz grundsätzlich mal: Sie können auch anderer Kunst als Graffitti weder im Alltag noch sonst irgendwie entgehen – von “Paule Witzig” bis zum Werbelogo oder der gestalteten Auslage im Schaufenster. Künstlerisch Gestaltetes ist eben immer und überall präsent – und so manches Graffitti ist nun mal geschmackvoller und gekonnter als so manche für viel Geld daneben angebrachte Werbung, von einem “anerkannten Künstler” gestaltet.
Also, wenn sie sowas nicht sehen wollen – viel Spaß in den kanadischen Wäldern.
@Kindergartentante,
>Warum beuteilen sie das denn dann in ihrem ersten Beitrag, wenn …
In meinem ersten Kommentar kommt weder das Wort Kunst noch Sachbeschädigung vor.
>Also, wenn sie sowas nicht sehen wollen – viel Spaß in den kanadischen Wäldern.
Keine Chance. Solange mich die Moderatorinnen und Moderatoren hier schreiben lassen, müssen Sie und ihre Brüder und Schwestern im Geiste mit meinen Kommentaren leben.
Pobatschnig K.
Pobatschnig Karl schrieb:
>”In meinem ersten Kommentar kommt weder das Wort Kunst noch Sachbeschädigung
vor.”<
Ja – und? Eine Beurteilung war das trotzdem – und wie sie etwas umschreiben ist ihre Sache.
Übrigens fürchte ich, daß sie selbst in den kanadischen Wäldern hier und da womöglich mit Pictogrammen zum Holzeinschlag leben müßten. Sie sind bei diesem Thema also buchstäblich in jeder Beziehung, wie fast immer, auf dem “Holzweg”.
>… in jeder Beziehung, wie fast immer, auf dem “Holzweg”.
Es ist mein Holzweg und ich bin nun mal von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt. Dabei ist es doch ganz einfach: right is right and left is wrong.
Pobatschnig K.
Dieser Beitrag ändert nichts an meiner o. a. Einstellung:
http://tinyurl.com/yg7ueow
Aber Vorsicht, dieser Link führt wieder direkt zur JF!
Pobatschnig K.
http://tinyurl.com/yaxp6cl
Könnte es sein, daß hier mal diejenigen bedacht wurden, die diese Kunstform nicht grundsätzlich ablehnen? Das ist natürlich nur eine Mutmaßung.
Pobatschnig K.