Ein Stück Oldenburger Geschichte
Im Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Werkstattfilm präsentiert aus diesem Anlass in seinen Räumlichkeiten Katharinenstr. 1 eine Ausstellung und zwei Filme .Der Verein kann auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der Recherche zur NS- Zeit in Oldenburg verweisen. Unter anderem stellte er eine Ausstellung zur “Arisierung jüdischen Eigentums in Oldenburg” zusammen, die weithin Beachtung fand und dokumentierte, dass verdrängte und scheinbar abgeschlossene Geschichte durchaus Auswirkungen bis in die heutige Zeit hat.
Ausstellung: KPD Aufmarsch in Oldenburg
Vom 03.05.09 bis 15.05.09
Werkstattfilm e.V. zeigt erstmalig Fotos von einer KPD Demonstration 1932 in Osternburg mit Robert Stamm.
Eröffnung der Ausstellung am 3. Mai 2009 um 15.00 Uhr.
Durch die Seiten eines Fotoalbums blättert der Verein Werkstattfilm am Nachmittag des 3. Mai bei Kaffee und Kuchen in der Katharinenstraße 1. Die Ausstellung zeigt Fotos aus einem Album, dass der Verein von Angehörigen Robert Stamms erwarb.
Robert Stamm, Kommunist, Mitglied der Spartakusgruppe und ab 1932 Abgeordneter des Reichstags, wurde 1937 in Berlin – Plötzensee enthauptet. Das Album enthält Fotos von seiner Tätigkeit als Leiter des KPD – Bezirks Nordwest in Bremen, einer Demonstration in Oldenburg Osternburg sowie den letzten Brief Stamms an seine Frau, kurz vor dessen Hinrichtung.
Die bislang einzigartigen Dokumente werden ab 3. Mai 2009, 15:00 Uhr bis zum 15. Mai werktags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr (donnerstags 14-18:00 Uhr) in den Räumlichkeiten des Vereins Werkstattfilm zu sehen sein.
Am Eröffnungstag ist der Eintritt frei, an den anderen Tagen betragen die Einzelpreise 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.
Der Verein Werkstattfilm sucht außerdem Zeitzeugen, die über die Aktivitäten der KPD in Oldenburg zu berichten wissen und bittet diese, sich über die Telefonnummer 0441 -12180 zu melden.
Filme: “Verlorene Zeit” und “Mit der Erinneung leben”
Am 8.05.2009 um 19.00 Uhr
Wiederholung am 11.05.2009 um 20.00 Uhr
Verlorene Zeit
Geschichte der Zwangsarbeit 1939 – 1945 in der Stadt Oldenburg und der Region
60 Minuten, Farbe, Deutschland 1995
Während des 2. Weltkriegs war Oldenburg zweitgrößte Garnisonsstadt des Deutschen Reiches, wichtige Verwaltungsstadt und Verkehrsknotenpunkt für Eisenbahn und Schiffe, aber auch Industriestadt mit einem Netz von über 50 Lagern für ausländische ZwangsarbeiterInnen. Nach einer Erfassung der Staatspolizei Bremen vom 21. April 1944 lebten zu dem Zeitpunkt in der Region Oldenburg 98.516 “Zwangsverpflichtete”, davon 27.686 Frauen und 470 Kinder.
Der Film versucht einen Überblick über deren Geschichte und Situation zu vermitteln. Auf der einen Seite soll mit Hilfe von Akten, Dokumenten und Dreharbeiten an den Schauplätzen die Situation in ihrer Gesamtheit geschildert werden, auf der anderen Seite mit Berichten von noch lebenden Zeitzeugen und betroffenen ZwangsarbeiterInnen deren individuelles Schicksal gezeigt werden. Der Film stellt einen wichtigen Beitrag in der Geschichte der Befreiung der Stadt Oldenburgs vom Faschismus dar und versucht einen bisher zumeist verdrängten Teil in den 650 Jahren Oldenburger Stadtgeschichte ins Bewusstsein zu rufen.
Hier können Sie sich einen kurzen Ausschnitt aus dem Film ansehen
Mit der Erinnerung leben
Oldenburger berichten über ihre Stadt vor und nach dem Zweiten Weltkrieg.
66 Minuten, Farbe, Deutschland 2005
Mehr als vier Jahre lang hat Werkstattfilm Zeitzeugeninterviews mit Oldenburgern zum Thema Nationalsozialismus durchgeführt. Aus dem mehr als 100 stündigen Filmmaterial ist ein 66 minütiger Dokumentarfilm entstanden.
Trotz verdrängter Erinnerungen und der großen zeitlichen Distanz konnte der Filmemacher die Interviewpartner bewegen, die damalige Zeit auf eindrückliche Weise lebendig zu machen.
Die Interviews entstanden zwischen 1996 und 2001.
Hier können Sie sich einen kurzen Ausschnitt aus dem Film ansehen
Wir bitten Sie um telefonische Anmeldung (Tel. 0441/12180) , da die Sitzzahl begrenzt ist.
Für die Filmabende betragen die Einzelpreise 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.
Aktualisiert am 29. April 2009


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