Polen – die zweite Märtyrernation Europas
Das sog. Vetriebenendenkmal, das der deutschnationale Poltiker Horst Milde der Stadt Oldenburg bescheren wollte, ist uns ja erspart geblieben, aber das Thema ist nach wie vor aktuell, wofür jetzt Frau Steinbach sorgt. Deshalb sei insbesondere denen, die das sachlich, künsterlisch, politisch und moralisch verfehlte Denkmal hinter dem Lappan gefordert hatten, dieses in Erinnerung gerufen, nämlich dass die Polen, nach den Juden, die zweite Märtyrer-Nation Europas sind:
- Im Jahre 1772 fielen Russland, Preußen und Österreich über das zugegebenermaßen herunter gewirtschaftete Polen her und annektierten weite Gebiete der Republik.
- 1793 zwackten Russland und Preußen dem Land weitere Gebiete ab.
- Als sich das restliche Polen daraufhin eine demokratische Verfassung gab, vernichteten Preußen, Russland und Österreich völlig.
- Napoleon stellte nach der Niederlage im Jahre 1806 Polen als Großherzogtum Warschau wieder her.
- Im Jahre 1814 wurde das Land erneut zwischen Preußen und Russland geteilt (Österreich behielt Galizien).
- Die Polen reagierten mit mehreren Aufständen, so 1830, 1848 und 1862.
- Infolge des Ersten Weltkriegs wurde das Land nach 150 Jahren wieder frei.
- Die nächste Teilung folgte 1939. Die deutsche Besetzung war für die Polen ein furchtbares Erlebnis, aber die Details dieser Geschichte werden Horst Milde sicher besser bekannt sein als mir.
- Es folgte die faktische Annektion durch die Sowjetunion im Jahre 1945, die dann erst 1989 ein Ende fand.
Die Polen wurden also von 1772 bis 1989 – mit einer Unterbrechung von nicht einmal zwanzig Jahren – beständig unterdrückt. Dabei organisierte die deutsche Seite bereits vor dem Ersten Weltkrieg – unter der Verantwortung des in Oldenburg so sehr verehrten Kaiser Wilhelm II. die systematische Vertreibung der Polen aus ihrer Heimat, eine Politik, die dann von der Nazi-Regierung mit unerhörter Brutalität fortgesetzt wurde.
Dabei müssen wir den Polen als Verdienst anrechnen, dass sie nicht nur an ihrem Recht auf Selbstbestimmung festgehalten haben, sondern dass sie es - neben den Juden und Niederländern – waren, die die Freiheit des Geistes in Europa bewahrten, als alle anderen Länder in der Finsternis der katholischen und protestantische Dogmatik versanken – eine Tradition, die weder die Nazis noch die Sowjets brechen konnten.
Wenn wir ein Denkmal bauen, dann sollte es dieser Leistung gewidmet sein, denn die haben Polen (und die Juden und die Niederländer) für uns alle erbracht.
Und die Vertriebenen?
Nun, gemessen an den Verbrechen auch des deutschen Volkes (die Sowjets vergesse ich nicht) sind wir 1945 eigentlich noch ganz gut weggekommen, finde ich. Und die Vertriebenen wurden immerhin entschädigt, nicht wahr, lieber Horst?
Klaus Dede
Aktualisiert am 19. März 2009


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Im 14.-17. Jhd. hat Polen 2/3von historischem Russland erobert, Anfanf des 17 Jhds. hausten die Polen wie Barbaren im Zentralrussland- und das war gut und billig? das uebersieht man gefliessentlich im Westen. Und als Russland erstarkte und mit seinen histrorischen verbuendeten die ohnehin nicht lebensfaeige “Republik” geteilt hatte, das war allen europaeischen “Demokraten” ein Dorn im Auge. Allerdings gescheite Leute auch aus demokatischen Kreisen (so z. B. Heinrich Heine) haben den Wert dieser “Freiheitskaempfer” erkannt. Viele Polen haben auch verstanden, dass sie sich lieber in schoepferische Arbeit der Grossmaechte einfuegen sollten. Ein Beispiel von sehr vielen Generalstaboberst und Forschungsreisender Przewalski, auch in Deutschkand wird es nicht wenige Beispiele geben. Allein rein polnische Namen, denen man in Dtl. sehr oft begegnet (wie Wischnewski, Krolikowski, Nietzsche u dergl. mehr sind ein bered. Zeugnis davon. Was die Freigeistigkeit der Polen angeht, davon kann überhaupt keine Rede sein. Katholischerr Obskurantismus – das ist der richtige Name für die landesübliche Gesinnung. Jawohl, die deutsche Besatzung war sehr hart, aber es gab nicht wenige Polen, die auf deutscher Seite gekämpft hatten, den ´Nichtangrifsspkt Polen-UdSSR hat Polen selbst 1935 denonossiert. Und die Opfer an Zivilbevölkerung waren in Russland viel größer denn in Polen. Und nach dem Krieg ging der polnische Antisemitismus weiter.
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