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Freitag, den 18. Mai 201208:03 Uhr

Heute wir! Morgen ihr? Ab in Hartz IV?

09.03.2009, Beitrag von

Heute scheint es um einen “notwendigen” Personalabbau bei der EWE Tel zu gehen.
Geht es Morgen vielleicht schon um weiteren Personalabbau in der gesamten EWE AG?

Alle Arbeitnehmer der EWE sollten nicht vergessen, die EnBW ist bei der EWE eingestiegen. Sollte dieser Einstieg auch nach einer Überprüfung durch das Bundeskartellamt wirklich perfekt bleiben, könnte das zu einer ganz neuen Organisation vieler betrieblicher Abläufe führen, mit denen sich auch wieder Einsparungen ermöglichen ließen.

Alle Arbeitnehmer der EWE sollten hier einmal drüber nachdenken und sich solidarisch an die Seite der jetzt betroffenen K o l l e g e n von EWE Tel stellen.
Denn ganz schnell kann es Wirklichkeit werden:
“Heute wir!” “Morgen ihr!” “Ab in Hartz IV!”

Solidarische Grüße
Hans-Dieter Wege, Gegner asozialer Politik

Aktualisiert am 9. März 2009

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10 Kommentare zu “Heute wir! Morgen ihr? Ab in Hartz IV?”

  1. 1 Samanta - 14. März 2009 um 10:54 Uhr

    Endstation Hartz IV?
    Einmal drin, immer drin? – Millionen Empfängern von Hartz IV gelingt keine dauerhafte Rückkehr in ein normales Berufsleben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach ist fast jeder zweite Bezieher von Arbeitslosengeld II dauerhaft auf die Hilfe der Jobcenter angewiesen. Das gilt besonders für Alleinerziehende.

    http://www.freenet.de/freenet/finanzen/verbraucher_politik/endstation_hartz_IV/index.html

  2. 2 Magenbitter I - 28. März 2009 um 15:20 Uhr

    Das es dazu eine Studie geben muss, leuchtet ein. Sie soll verdecken, dass Hartz IV erst zu dem Zweck geschaffen wurde, um eine dauerhafte Nicht-Rückkehr in den Arbeitsmarkt möglichst preisgünstig zu zementieren. Und die Erfüllungsgehilfen in den Argen, die inzwischen auch von Gewerkschaftlern umworben werden, sorgen schon dafür, dass man sich kein Zubrot verschaffen kann, wie das Beispiel eines Bettlers in Göttingen gezeigt hat. Dass es sich hierbei um einen Sozialhilfeempfänger handelte und nicht um einen Hartzer, spielt dabei keine entscheidende Rolle, sondern zeigt nur, wie allgegenwärtig die soziale Denunziation finanziell schwacher Menschen ist. Interessant an der Berichterstattung war im übrigen auch, dass Sozialhilfeempfänger scheinbar den gleichen Regelsatz wie Arge II-Geschädigte bekommen. Wie hieß es doch noch bei der SPD: “Mit Hartz IV haben wir viele Millionen Menschen aus der Sozialhilfe herausgeholt”.

  3. 3 Macke Manfred - 4. April 2009 um 17:35 Uhr

    Wenn es einem tatsächlich einmal widerfahren sollte, dass man durch die teilweise staatlich verursachte Massenarbeitslosigkeit in die Tretmühlen des Systems gerät und zu einem Hartz IV Empfänger – nennen wir ihn liebevoll Hartz-Vierling – wird, dann sollte man auf folgendes vorbereitet sein:

    Sobald du einen entsprechenden Antrag einreichst, solltest du dich darauf einstellen, dass du beim Empfang von staatlichen Geldern deine Menschenrechte, deine Menschenwürde und auch deinen dir noch verbleibenden Stolz abgibst – zur weiteren Bearbeitung und Degradierung!

    Wenn dieser Antrag also abgegeben ist, erfolgt ein willkürlicher, natürlich nicht terminisierter Besuch seitens des Amtes, damit du keine Möglichkeit mehr hast, deinen Schmuck, deine originalen Picassos, die Luxuslimousinen usw. beiseite zu schaffen und dich nun der Überprüfung deiner wohnlichen Verhältnisse zu stellen hast.
    Solltest du z.B. jetzt keine abgerissenen Tapeten an den Wänden haben, einen noch begehbaren Fußbodenbelag und auch noch über eine durchschnittliche Wohnungseinrichtung verfügen, so sind Skepsis seitens des Amtes angebracht. Es wird dir vermutlich Schwarzarbeit unterstellt, weil du über eine bewohnbare Wohnung verfügst, über deren Mobiliar akribisch Buch geführt wird, falls du einmal die Unverschämtheit besitzen solltest, ein nötiges Möbelstück zu beantragen.

    Soweit – so gut! Nun wirst du natürlich als Harzt-Vierling sofort in den Vermittlungsprozess eingeführt – um dem System, in dass du evt. 20 Jahre als braver Bürger einbezahlt hast und es nun wagst, deine Rechte in Anspruch zu nehmen – nicht weiter zur Last zu fallen.

    Das kann dann unter Umständen so aussehen, dass du dich in unsinnigen Maßnahmen wieder findest, die natürlich nicht deinen Bedürfnissen angepasst sind, sondern den freien Plätzen dieser zur Verfügung stehenden Maßnahmen.
    Da ist es gleich ob du nun Bürokauffrau, Architekt oder Sozialpädagoge bist – Hauptsache du bist kurz kurzfristig versorgt und aus der Statistik der Arbeitslosenzahlen raus. Da kann es schon mal vorkommen, dass eine Bürokauffrau sich in einem Seminar für Security-Fachkräfte, Lagerverwaltung oder Fleischereifachverkäuferin wiederfindet. Natürlich nicht, ohne vorher noch 2-5 Seminare zur Erstellung von Lebensläufen durchlaufen zu haben.
    Solltest du aber über den Mut und noch ein bisschen Stolz verfügen und über die ein oder andere sinnlose Maßnahme rebellieren, wird dich dein/e Sachbearbeiter/in in die reelle Berufswelt zurück holen.
    Nun darfst du Praktika machen, die durchaus auch nichts mit deinem Berufsbild zu tun haben. Da wird schon mal ein Lagerarbeiter als Fleischereifachverkäufer vermittelt, ein Architekt darf dann schon mal Unkraut jäten in der Landschaftsgärtnerei und eine Putzfrau hat die Chance, sich im Security Bereich zu bewähren….

    Jetzt hast du ohne Murren deine ganzen Praktika und 1-€ Jobs hinter dich gebracht, und es gewagt, dich über deine Erfahrungen zu äußern, dann zieht das aber böse Konsequenzen mit sich!!

    Wie kann es sein, dass das letzte Glied in der Kette unserer Gesellschaft es wagt, eine eigene Meinung zu äußern?? Schließlich hast du die doch schon zu Beginn aller anstehenden Maßnahmen abgegeben!!
    Nun wird dir von den überaus gut geschulten Mitarbeitern des Amtes für Soziale Arbeit – sie nehmen regelmäßig an Schulungen teil, wie man denn den Hartz-Vierling noch kleiner machen kann als er schon ist – vorgeworfen, dass man doch bitte nicht seinen verwirrten, unrealen Wahrnehmungen trauen darf!
    Prompt ist der von vorne herein schon verunsicherte Hartz-Vierling erst einmal verunsichert, fragt sich, ob er gegen irgendwelche Gesetze verstoßen hat – und dann gibt es zwei Möglichkeiten:
    Entweder gehörst du zu denen, die noch nicht vollends zerstört sind und bietest contra – oder du wirst dich in dem nächsten Praktikum zur Erhaltung des Regenwaldes wiederfinden….

    Wenn du nun noch im Besitz eines Ehemannes bist, der zu deiner Lebenserhaltung beiträgst, bist du schon wieder gearscht!
    Dieser muss sich nun wiederum den Schikanen des AfSA (Amt für soziale Arbeit) aussetzen. Dein Ehemann, der natürlich in der Berechnung deines kümmerlichen Einkommens mit drinne hängt, sollte doch schnellstens zusehen, dass er mehr verdient; sprich, seinen Job bitte aufzubessern hat. Wenn dein Ehemann nun leider dazu verdammt ist, zu den Lohnsklaven (es gibt ja leider nur noch die Besserverdienenden oder die Lohnsklaven, wie ich sie gerne nenne…Mindestlohn gleich 4 €!!) gehört, dann hast du wieder ein Problem!

    Deinem Mann wird nun vorgeworfen, dass er sich nicht genug einbringt und dass er doch bitte das Arbeitsverhältnis beenden/verlängern soll und/oder sich etwas Besseres sucht – sprich 10 Stunden mehr arbeiten soll. Da dein Ehemann aber seinen zu 99 % sicheren Job (wo gibt’s die heute noch??? ) nicht abspenstig machen und er ihn durchaus behalten will, wird er nun monatlich in die Mühlen der Agentur für Arbeit mit integriert. Er schafft es dann schließlich seinen Chef zu überreden, ihm doch in Gottes Namen 10 Stunden mehr Arbeit zu verschaffen, damit er nicht alle zwei Wochen einen Arbeitstag opfern muss, um mit der AfSA über seine „berufliche Situation“ zu lamentieren….

    Fazit:
    Wenn du dich nun irgendwann einmal entscheiden solltest/musst ALG II zu beantragen, dann versuche erst einmal vorher bei einem gut geschulten Psychologen Hilfe zu suchen. Jemand, der dich stärkt, dir deine Rechte einbläut und dich darin schult, sie wahrzunehmen und als etwas ganz normales zu betrachten.

  4. 4 Pobatschnig Karl - 6. April 2009 um 15:19 Uhr

    Da werden sich hier aber einige freuen:
    http://tinyurl.com/d93dhq
    Pobatschnig K.

  5. 5 Pobatschnig Karl - 7. April 2009 um 11:07 Uhr

    IMHO auch ein interessanter Beitrag:
    http://tinyurl.com/cxlled
    Pobatschnig K.

  6. 6 Pobatschnig Karl - 16. April 2009 um 19:24 Uhr

    Noch eine URL:
    http://tinyurl.com/ccnsrf
    Der Punkt Schriftverkehr ist IMHO besonders lesenswert.
    Pobatschnig K.

  7. 7 Hans-Dieter Wege - 13. Mai 2009 um 20:04 Uhr

    Eine blühende Gemeinde wird ins Elend gerissen:

    Die Arbeitslosen von Marienthal
    Die Sozialstudie von 1933
    Wie die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre einen blühenden Ort in den Abgrund riss – und was die Nachwelt daraus lernen kann.
    Im Frühsommer 1933 erschien im Leipziger Verlag S. Hirzel eine bahnbrechende Studie: “Die Arbeitslosen von Marienthal“. Sechs Wochen lang hatten fünfzehn junge Forscherinnen und Forscher rund um Paul Lazarsfeld und Marie Jahoda in der Arbeitersiedlung Marienthal – zwanzig Bahnminuten südlich von Wien gelegen – die Auswirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit untersucht.

    http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?query_string=einstweilen+wird+es+mittag&scsrc=1

  8. 8 Ottomobil - 15. Oktober 2009 um 23:04 Uhr

    Schon komisch, dass sich von der Tel hier keiner mehr rührt.

  9. 9 Das kleine rote Teufelchen - 19. Januar 2010 um 11:24 Uhr

    Robert Griess: Porto, Nutten und Hartz IV

    http://www.youtube.com/watch?v=NKLJaAY5mtI

  10. 10 Experte - 25. Januar 2010 um 17:33 Uhr

    Kommunen versagen bei Hilfen für «Hartz IV»-Empfänger

    Viele Kommunen versagen nach einer DGB-Studie bei den gesetzlich vorgesehenen sozialen Hilfen für «Hartz IV»-Empfänger. Allenfalls 100 000 Hilfebedürftige hätten im Jahr 2008 flankierende Eingliederungshilfen erhalten, heißt es in der Studie, wie die «Neue Osnabrücker Zeitung» berichtet.

    DGB wirft Kommunen Versagen bei Hilfen für «Hartz IV»-Empfänger vor

    Der Bedarf betrage ein Vielfaches. Autor der Studie ist Wilhelm Adamy, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt beim DGB-Bundesvorstand und Sprecher der Arbeitnehmergruppe im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit.

    Adamy forderte, den Service für Langzeitarbeitslose – insbesondere Schuldnerberatung, Kinderbetreuung, psychische Leistungen, häusliche Pflege und Suchtberatung – künftig gesetzlich vorzuschreiben und vom Bund kozufinanzieren. Für diese bisherigen freiwilligen Leistungen haben die Kommunen 2008 laut DGB höchstens 500 Millionen Euro bereitgestellt. Adamy äußerte die Befürchtung, dass sich die Situation für die Langzeitarbeitslosen angesichts der Finanzlage der Kommunen weiter verschlechtere.

    Laut DGB-Studie erschweren oder verzögern fehlende soziale Hilfen in entscheidendem Maß die Wiedereingliederung der «Hartz IV»-Bezieher in den Arbeitsmarkt. Nach unveröffentlichten Daten des Bundesarbeitsministeriums wurde nach Angaben der Betroffenen in den Beratungsgesprächen nur bei 15 bis 20 Prozent aller verschuldeten «Hartz IV»-Empfänger die finanzielle Problematik angesprochen. Nur in der Hälfte dieser Fälle seien Maßnahmen wie Schuldnerberatung ergriffen worden. Ähnliches gelte für Suchtkranke und Langzeitarbeitslose mit psychischen Erkrankungen.

    Besonders unbefriedigend sei die Situation für Langzeitarbeitslose mit Kindern. Nur knapp vier Prozent der befragten Hilfebedüftigen mit Kindern unter 15 Jahren haben Unterstützung zur Sicherung der Kinderbetreuung erhalten, ermittelte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. 2008 hätten die Kommunen die Betreuung von rund 15 000 «Hartz IV»-Kindern gefördert. Insgesamt gebe es aber allein 670 000 Kinder unter sieben Jahren im «Hartz IV»-Bezug, von denen ein oder beide Elternteile keine Arbeit hätten.

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