Warum “Nichtwählen” gehen, keine gute Alternative ist
Warum die Wähler durch “nicht wählen gehen”, die etablierten Parteien noch weiter unterstützen bzw. diese tolerieren:
Als Beispiel wird nun mal die letzte Bundestagswahl herangezogen. Es bestand eine Wahlbeteiligung von knapp 80 %; d. h., 80 von 100 Personen haben gewählt. Diese 80 Wähler sind nun also die 100-%-Grundlage für folgendes Ergebnis der Bundestagswahl 2005:
CDU 35,3% =28 Wählerstimmen (mehr als 1/3 der Wähler)
SPD 34,3% =27
Grüne 8,1% =7
FDP 9,8% =8
Linke 8,7% =7
Andere 3,9% =3 (spielen somit keine Rolle)
Hätten alle gewählt (100%) und die Nichtwähler (20%) “richtig Protest”, also eine kleine gemeinsame Partei, sähe es dann wohl eher so aus:
CDU 28% (-7,3) =28 Wählerstimmen (nicht mal mehr 1/3 der Wähler)
SPD 27% (-7,3) =27
Grüne 7% (-1,1) =7
FDP 8% (-1,8) =8
Linke 7% (-1,7) =7
Andere 23% (+19,1) =23 (also nun incl. der 20 Stimmen der Nichtwähler) und damit drittstärkste Macht (fast jede 4. Stimme) und so stark wie die übrig gebliebenen!
Man darf sich also mit Recht fragen, warum soviel Macht einfach verschenkt wird oder wie engstirnig muss man sein, indem man nicht, zumindest eine kleine (gemeinsame) Partei, wählen geht!
Es ist schon traurig, wenn man dann überlegt, dass es Länder auf dieser Erde gibt, wo die Menschen nur eine Auswahl für das Kreuz haben bzw. einen Kandidaten (unter vorgehaltener Pistole) wählen müssen!
Aktualisiert am 8. März 2009

[Ø 4,01]






Warum Nichtwählen gehen, keine gute Alternative ist – dem steht gegenüber, wen man bitte schön so wählen darf? Etwa diejenigen, die man als Bürger anschreibt und voller Ignoranz keine Antworten erhält? Oder, wie es unsere Kanzlerin so macht, erst nach ein erreichen von Unterstützerzahl, erhält man eine Antwort. Mit diesen Verhaltensweisen, so verhalten sich durch die Bank alle Parteien, erhält man kein Vertrauen, denn das ist futsch. Folgedessen reiht man sich zu der Schar der Nichtwähler.
Hallo Hans!
Von der Kanzlerin der Millionäre bekommst Du eine Antwort, wenn Du genügend UnterstützerInnen hast?
Ich bekam bisher immer nur Schreiben, die meine Fragen nie beantworteten!
Und übrigens: Ich würde niemals Parteien wählen, die immer nur als Erstes beim so genannten “Kleinen Mann” kürzen!
Freundliche Grüße
Hans-Dieter Wege
Hier hat wohl die Formatierung den Sprung in den Artikel nicht mehr geschafft. Schade, denn der kleine so etwas schwer lesbare Artikel beschreibt genau das, was viele einfach nicht begreifen, da das Thema noch weiter geführt werden könnte, aber das würde jetzt sogar mich schon verwirren. Letztendlich geben die Nichtwähler aber ihre Stimmen den Großen bzw. werden da um die Ecke hingerechnet. Ich habe es schon begriffen, dass man als Nichtwähler lieber die rosaroten Panther wählen sollte, als gar nicht zu wählen und warum bitteschön, gründen die Nichtwähler nicht einfach eine Partei der Nichtwähler, anstatt zu meckern? Hände in den Schoß legen, Bier in den Hals am Stammtisch und über die Politik rumlallen, das ist die Devise der Allgemeinheit und bringt keinen weiter und lässt die Großen weitermachen.
Schon Kennedy sagte wohl (so ähnlich): Frage nicht was Dein Land für Dich tun kann, sondern frage, was Du für Dein Land tun kannst…
@Hans: Wie wäre es auch mit eigenem Engagement in einer Partei. Man kann zwar leicht jene kritisieren, die in einer Partei tätig sind, selber aber nichts beitragen macht die Sache nicht wirklich besser. Wozu leben wir denn in einer Demokratie? Nur um zu meckern?
@Buskowski: Sie schreiben “Letztendlich geben die Nichtwähler aber ihre Stimmen den Großen”. Das mag ansatzweise richtig sein. Allerdings verkennen Sie bei dieser Aussage, dass die Nichtwähleranteile lediglich entsprechend des letztendlichen Ergebnisses aufgeteilt werden. Zum Glück weitesgehend nur unter den demokratischen Parteien, dass aber auch die Partei Die Linke davon profitiert, die auch antidemokratische Mitglieder und Ansätze beherbergt, oder im Osten auch immer wieder rechtsradikale Parteien (zum Glück bisher noch nicht im Bundestag, wenngleich ja auch CDU und CSU hin und wieder am Rande dieser politischen Orientierungen auf Stimmenfang gehen [wir erinnern uns an Herrn Koch, Herrn Oettinger, etc.]) wird in Ihrer Aussage doch völlig verkannt (wenngleich ich Ihnen an anderer Stelle durchaus zustimme, ich wollte nur darauf hinweisen).
Nichts desto trotz gebe ich zu, dass es wesentlich wichtiger wäre, wenn möglichst alle Bürgerinnen und Bürger wählen gehen. Einzig dadurch ist Beeinflussung auch möglich. Schöner wäre es, wenn sich auch mehr Bürger selbst aktiv zeigen würden. Wir können es auch konsequent zuspitzen auf die Frage “Haben Nichtwähler überhaupt einen Anspruch auf eine bessere Politik?”. Zugegeben, eine krasse Überspitzung, die aber zum denken anregen soll.
@Anonym – kannste nicht wissen, aber darfste. Meine Erfahrungen mit/in politischen Parteien sind mehr als umfangreich, wenn ich wollte, dann könnt ich Bücher davon schreiben. Das würde hier den Rahmen sprengen. Nur eines möchte ich hier erwähnen, das die politische Willensbildung auch den Wandel der Zeit unterliegt. Einerseits verfügt man über modernste Technologie, zum einen meint man Basisdemokratie und Bürgerbeteiligung und man verfährt immer noch, wie vor 50 Jahren.
Nochmals, das ganze hat mit Vertrauen zu tun. Das kann man nicht kaufen, das muss man trotz aller Gegensätze erwerben. Vielen Menschen habe ich Vertrauen entgegen gebracht. Bin aber vielfach enttäuscht worden. Daher kann ich nur denjenigen meine Wählerstimme gegeben, wo der Wille nach Veränderung vorhanden ist.
>Wie wäre es auch mit eigenem Engagement in einer Partei.
Dem kann ich nur vorbehaltlos zustimmen. Es sollte sich dabei allerdings um eine relative Neugründung handeln, wo die inneren Strukturen noch nicht so gefestigt sind. Einerseits natürlich der eigenen Chancen wegen ( hehe), andereseits ist es aber auch mehr als unterhaltsam, wenn sich auf Nominierungsversammlungen Ärzte und Rechtsanwälte, Erste Polizeihauptkommissare und Leitende Baudirektoren wie Straßenköter um die vorderen Listenplätze balgen.
Für diejenigen, die noch nicht wissen, wo sie sich engagieren können, habe ich hier eine Liste der Parteien beigefügt:
http://tinyurl.com/6wkz7l
Da sollte eigentlich für jeden Geschmack bzw. politischer Ansichten etwas dabei sein. Ansonsten kann man ja auch noch seine eigene für sich selbst maßgeschneiderte Partei gründen.
Ich selber überlege, für die EU-Wahl meine Unterstützungsunterschrift für die Rentnerinnen- und Rentner Partei zu leisten und falls davon genügend zusammen kommen, diese auch zu wählen. Bei 0,5% käme sie dann in den Genuß der Wahlkampfkostenerstattung und jeder Euro, den sie erhält, ist für die Etablierten verloren. Zwar weniger als ein Nadelstich, aber leider die für mich einzige Form der Rache an Merkel & Co.
BTW, ich bin parteilos.
Pobatschnig K.
@Hans: Das gilt für Sie (da ich über Sie nicht Bescheid wusste, habe ich auch bewusst meine Anrede etwas neutraler gehalten), aber ich bin mir durchaus sicher, dass das nicht auf einen Großteil der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zutrifft.
Herzlichen Dank an das Redaktionsteam, welche meinen Beitrag nun in eine lesbare Form gebracht haben.
…auch die Europawahl wird es wieder zeigen, dass der Mensch sich verblöden lässt. Mich würde es nicht wundern, wenn es einige gibt, die nicht mal diesen einfachen Artikel kapieren. Ich werde gegen den Strom, gegen dieses Europa (also das, was man vorhat; Deutschland verschlimmbessern, Bürgerrechte beschneiden und die Bonzen weiter sponsern) schwimmen und LINKS wählen! Die kleinen Einzelparteien (wobei ich mich frage, was das für Gurken teilweise sind) bringen uns hier nicht weiter.
@Manfred Spam,
Wähler sind nicht grundsätzlich blöde weil sie nicht so wählen, wie es Ihnen vorschwebt. Politik ist nicht per se gut oder schlecht. Sie nützt dem einen, schadet dem anderen oder sogar beides und das Ganze noch in unterschiedlichen Abstufungen. Um es deutlich zu sagen: “Wat den een sin ul is den annan sin nachtigall”. Jeder sucht sich halt das heraus, was seinen Vorstellungen am nächsten kommt. In Kommentar #6 habe ich bereits geschrieben, wem ich morgen meine Stimme geben werde. Wenn ich also eine der von Ihnen als Gurken bezeichnete Parteien wähle, habe ich mir diese Entscheidung vorher durchaus überlegt. Wüsste ich nicht von vornherein was ich wählen würde, hätte mich dieser Spiegel-Bericht ganz bestimmt davor bewahrt, Merkel & Co noch einmal meine Stimme zu geben:
http://tinyurl.com/nfekos
Pobatschnig K.
Jede noch so kleine ist immer noch besser als Merkel & Co.. Warum hinterfragt übrigens keiner mal die Vergangenheit unserer Politiker (gerade Merkels Vergangenheit). Man schimpft auf LINKS, dabei sind viele SED-Bonzen damals mit in die Etablierten rübergesprungen… bei den Nazis war es damals ähnlich; danach war keiner dabei gewesen….
Dabei fällt mir ein, dass der aktuelle Minister Guttenberg einen tollen Artikel bekam. Welche Kompetenzen besitzt dieser Mann eigentlich? Also auf zur Wahl!
In Anbetracht der heutigen EU-Wahl und der niedrigen Wahlbeteiligung: Lasst Deutschland untergehen; diese Bürger haben es (bis auf wenige Ausnahmen, um die es mir leid tut) nicht mehr anders verdient. Ich stimme dem obigen Beitrag voll und ganz zu….
Ich habe erst heute die ursprüngliche Nachricht gesehen und die Kommentare gelesen. Vieles ist richtig; doch eine “einfache” Lösung, die VON ARNIM schon vor etwa 20 Jahren vorgestellt hat, wurde – warum? – nicht erwähnt: Wenn 20% der Wahlbürger nicht wählen gehen, dann bleiben auch 20% die Parlamentssitze unbesetzt! Das würde an der Regierbarkeit des Landes nichts ändern, nur die Parteien wieder zurück zum Wähler zwingen! Welch ein Verlust an Diäten und anderen Privilegien… / Im übrigen: Eine Parteienneugründung setzt viel, viel Geld voraus!