VfB vs Nordhorn – Die Hörnchen bekamen auf die Nüsse!
Für den VfB gilt hingegen: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Das 1:0 reicht aber schließlich auch für drei Punkte! Erstes Heimspiel der neuen Saison in der Oberliga Niedersachsen West für den VfB Oldenburg. Und der Gegner war aus der letzten Saison noch gut bekannt, Mitabsteiger Eintracht Nordhorn. Drei Spiele hatte man letztes Jahr gegen die Nordhorner austragen müssen, nur das Spiel im NFV-Pokal ging damals unglücklich im Elfmeterschießen verloren.
In dieser Saison hatte Nordhorn bisher noch kein Punktspiel zu bestreiten, denn man hatte erst einmal den SV Werder im DFB-Pokal zu Gast und verlor mit 3:9. Aber schon da waren sie nicht so schlecht. Im zweiten Spiel der Saison, dem NFV-Pokal Duell gegen Cloppenburg gewannen sie dann überraschend mit 2:0.
Vorsicht war also geboten.
Heute im Marschwegstadion beim VfB hatten die Nordhorner den besseren Start und in der ersten Halbzeit gab es ein Chancenverhältnis von 3:1 zugunsten der Gäste. Der VfB spielte den ereignislosen Sommerfußball 45 Minuten mit und hatte nur eine echte Torchance. In der Abwehr sorgte der VfB-Keeper Christian Meyer wieder dafür, dass es zur Pause nicht im eigenen Tor einschlug. Eine tolle Flugeinlage war auch wieder dabei. 30 Minuten hatte der VfB spielerisch eher einen Vorteil, zum Ende der ersten Halbzeit wurde Nordhorn immer gefährlicher. Mit etwas mulmigem Gefühl gingen die Blauen und ihre Fans in die Halbzeitpause.
Die rund 1400 Zuschauer waren in der Sonne etwas schläfrig gewesen. Der neue VfB muss sicher auch erst wieder einige der enttäuschten Fans der letzten Abstiegssaison zurückgewinnen. Dann werden es sicher wieder 2000 und mehr.
Beim VfB war heute aber noch vieles neu. Der neue sportliche Leiter Michael Richter war ja schon während der Woche in einer Pressekonferenz vorgestellt worden. Viele neue Spieler sind im Team.
Ganz neu ist auch die Security. Genau wie die ebenfalls neuen Ordnerinnen. Alles kein Problem, die etwas genaueren Kontrollen werden bei den Dauerfans sicher bald weniger werden, wenn man sich erst kennt. Das wird sich schon geben.
Eine Aktion stieß aber auf gehörigen Protest. Die Banner wurden verbannt. Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, wurden die Banner auf Geheiß des NFV dort verboten, wo Sicherheitskräfte und Rettungskräfte dadurch keine Einsicht mehr in die Fanblöcke haben. Dort, wo permanent Kameras, z.B. an der Dachkonstruktion installiert sind, werden die Banner wohl weiterhin geduldet. Man will offiziell verhindern, dass Menschen, die möglicherweise zu Schaden gekommen sind, dort von den Rettungskräften nicht erkannt werden. Ich vermute, dass auch die wenigen gewaltbereiten Besucher besser unter Kontrolle gebracht werden sollen. Wir werden sehen, ob es etwas bringt.
Jedenfalls fanden die Bannerträger, die Fans, die sich hinter den Bannern gruppierten, diese Maßnahme ganz und gar nicht gut. Und so setzten sie sich aus Protest für die erste Halbzeit auf den Boden und blieben ansonsten ganz ruhig… – was die erste Halbzeit noch etwas öder machte.
Glücklicherweise stimmten sie mit Beginn der zweiten Halbzeit wieder ihren lauten Support an.
Das hatte wohl auch eine wachmachende Wirkung auf den VfB. Oder war etwa der Trainer in der Kabine laut geworden? Verdient hätten sie es gehabt!
Resultat dieses Rucks, der durch das Team zu gehen schien, war ein deutlich verbesserter VfB, der fortan seine Spielanteile erheblich erhöhte. Die Chancen ergaben sich dadurch zwangsweise. In der 55. Minute war es dann endlich Salomo, der freistehend vor dem Eintracht-Tor eindrücken konnte. Das 1:0 war bis dahin auch schon verdient.
Der VfB zog sich danach auch nicht zurück, sondern spielte sich bis zum Schluss der Partie eine ganze Reihe von hochkarätigen Chancen heraus. Aber wie schon in der Rückserie der letzten Saison wurden alle vergeben. Auch gegen Hameln und Osterholz gab es dieses Problem. Da ist Handlungsbedarf. Ein Ersatz für Kilicaslan und Friauf ist noch nicht in Sicht.
Die Nordhorner konnten den Belagerungszustand nur in den allerletzten Minuten etwas durchbrechen, als der Schiedsrichter unsinnigerweise rund sechs Minuten nachspielen ließ.
Fazit: Der VfB gewann letztlich doch verdient, spielte besser als in Osterholz. Die zweite Halbzeit war eine deutliche Steigerung gegen recht schwache Nordhorner. Die Abwehr wackelte ein paar mal, noch hat sie aber kein Gegentor in der Liga eingefangen.
Nächster Gegner ist die ostfriesische “Übermannschaft”, das unbeugsame Pewsum! Die haben sich gerade in Rheden einen Punkt erkämpft. Also, nur nicht übermütig werden! Punkte einfahren, und dann kommt Hildesheim nach Oldenburg. Danach schon wartet der Lokalrivale VfL, der gerade sein zweites Spiel bei der Reserve von Wilhelmshaven mit 1:3 verlor.
Fotos dazu gibt’s wieder bei flickr: http://www.flickr.com/photos/oldigitaleye/
Aktualisiert am 17. August 2008


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