Drachenläufer – Kritik zum Film
“Drachenläufer” heißt der sehnlich erwartete Kinofilm nach dem Bestseller von Khaled Hosseini. Als ich das Buch vor längerer Zeit geschenkt bekam, war ich erst skeptisch. Zwei Jungen in Afghanistan, die alte Geschichte von Freundschaft, Schuld und Sühne. Es hat mich nicht weiter gereizt – daran konnte auch der Aufkleber “Bestseller” auf dem Cover nichts ändern. Irgendwann jedoch habe ich dann die Muße gefunden, es zu lesen. Nein, es zu verschlingen.“Drachenläufer” hat einen Kloß in meinem Hals hinterlassen. Aber auch ein Lächeln auf den Lippen. Ich habe das Werk sämtlichen Freunden weiter empfohlen, die immer auf der Suche nach guter Literatur sind. Und das will was heißen.
Zur Geschichte:
Schriftsteller Amir lebt schon lange Jahre in Amerika. Als ihn sein alter Freund Rahim Khan aus der Heimat anruft, holt ihn die Erinnerung ein. Zwar verdrängt, aber immer noch latent gegenwärtig ist eine Schuld in seinem Bewusstsein, die Amir seit seinem 11. Lebensjahr mit sich herumträgt. Damals hatte er seinen besten Freund und treuen Diener Hassan in einer Notsituation verraten, weil er einfach zu feige war. Viel hat sich daran nicht geändert: Sein Unvermögen, sich schwierigen Situationen zu stellen, zieht sich durch Amirs Leben wie ein roter Faden. Der Anruf treibt ihn zurück nach Kabul: Er hat die Möglichkeit, seine Schuld zu sühnen. Nicht an seinem Freund Hassan; dieser wurde mittlerweile für seine Treue ermordet. Aber Amir könnte dessen kleinen Sohn retten, der einem Taliban-Anführer als Gespiele verkauft wurde. Amir muss über seinen Schatten springen und sich einer schweren Aufgabe stellen, doch er ist endlich dazu bereit…
Ich habe den Film herbei gesehnt – wenn auch mit gemischten Gefühlen. Ein solcher Stoff, in verpackt in zwei Stunden Film. Würde dabei das Kopfkino, das sich beim Lesen abspielt, nicht enttäuscht werden?
“Jein” lautet meine Antwort. Die Szenen sind sehr direkt und fast identisch mit dem Buch. Regisseur Marc Forster zeigt das Bild eines friedlichen Afghanistans zu Beginn der 70er Jahre, und eines der Zerstörung bei der Rückkehr Amirs. Zugegeben, wenn ich die Hintergrundinformationen aus dem Buch nicht gehabt hätte, wäre es mir viel schwerer gefallen, der Geschichte zu folgen. Ich hätte mir hier Amir als Erzähler, ja als Begleiter, durch den Film gewünscht – wie im Buch. Dennoch wurde der Roman beeindruckend umgesetzt.
Fazit: Ich würde diesen wohltuend realistischen Film abseits des Mainstream sofort weiter empfehlen.
Kleiner Tipp am Rande: “Drachenläufer” (Kinostart: 17. Januar 2008) läuft zurzeit im Casablanca.
Aktualisiert am 24. Januar 2008


[Ø 3,53]






Das ist witzig, denn ich habe vor kurzem über das Buch nur Gutes gehört. Da der Stoff nun schon im Kino läuft, werde ich reingehen. Ob das gut ist, erst den Film und dann das Buch???
Ich habe mir den Film vorhin angesehen und fand ihn nicht schlecht, aber auch nicht richtig überzeugend. Ein bisschen zu lang (fast 2,5 Std.), mit vielen Szenen, die man hätte weglassen können. Auch wenn sie sicher im Buch vorgekommen sind, trugen viele Szenen nicht zur Steigerung der Spannung, des Entsetzens oder worauf auch immer der Film abzielt, bei. Die Geschichte konnte ich aber gut verstehen, obwohl ich das Buch nicht gelesen habe.
Alles in allem ist der Film irgendwie süß, aber kein Meisterwerk.
Wir sind Samstag nicht reingekommen – ausverkauft! Dafür waren wir in “My Blueberry Nights”. Schöne Bilder, aber nicht wirklich spannungsgeladen. Die Filmmusik war schön.
Ich bin noch nicht so weit wie Ihr, weil ich davon last week gehört habe… und bin dabei das buch zu lesen und dann den Film…
Könnt Ihr mir bitte sagen, ob die Geschichte wahr ist oder erfunden…thx
Soweit ich weiß, ist die Geschichte fiktiv. Aber doch recht realistisch geschrieben und verfilmt. Mir haben sowohl der Film als auch das Buch gefallen.
Ich fand den film besser als titanic