ARGE qualifiziert für Job mit Zukunft
Endlich wird auf den Toiletten der IGS Marschweg für Sauberkeit und Ordnung gesorgt. 1-Euro-Kräfte übernehmen diese Aufgabe mit Zukunft und qualifizieren sich damit für einen Job auf dem 1. Arbeitsmarkt.
Nur die Linke ist gegen diese Integration von Langzeitarbeitslosen: Sie hat im Schulausschuss folgenden Antrag gestellt:
Die Benutzung der Toilettenanlagen an Oldenburger Schulen bleibt kostenfrei.
Die geplante Sanierung der Toilettenanlagen an der Helene-Lange-Schule wird auf einen baldmöglichsten Zeitpunkt vorgezogen.
Die Linke begründete dies folgendermaßen: Sanierte Toilettenanlagen trügen am besten zur pfleglichen Behandlung durch die Schüler bei. Es sei traurig genug, dass der Präventionsrat Bürger dazu auffordert, die Autobahnbrücken grau (!) zu streichen (siehe auch die NWZ vom 19.09.07, die den Bundestagsabgeordneten Kossendey beim Bemalen von Betonpfeilern in betongrau zeigt). Die erfolgte Kostenpflichtigkeit der Toilettenanlage in der Helene-Lange-Schule ließe eher auf regressive Charakterstrukturen bei Teilen der Eltern- und Lehrerschaft, als auf ein gutes pädagogisches Klima an der Schule schließen.
Die Linke habe sich damit wieder mal als Schmuddelpartei disqualifiziert, wies der Schulleiter die Anwürfe zurück, getragen von der überwältigen Mehrheit der Eltern.
Sauberkeit und Ordnung ist einfach progressiv, und die Arge zeigt endlich eine Zukunftsperspektive für Langzeitarbeitslose auf.
Aktualisiert am 19. September 2007









In meinen Augen ein Unding, dass Schüler/innen für die Toilettenbenutzung in ihrer Schule Geld bezahlen müssen. Das Argument, dass dann pfleglicher damit umgegangen wird, leuchtet mir nicht ein. Toiletten auf Autobahnraststätten oder ähnlichem kosten auch Geld und sehen mal so und mal so aus. Wichtig ist vielmehr, dass sich jemand darum kümmert. Aber wahrscheinlich will die Schule nur das Geld für Reinigungskräfte sparen. Wie gut, dass es 1-€-Jobber gibt. Kläglich!!!
Ach, und müssen denn Lehrkäfte und Direktion auch 0,05 € für die Toilettennutung zahlen, oder werden da feine Unterschiede gemacht?
Zumal bei den Kindern/Jugendlichen wahrscheinlich eh der Gedanke aufkommt, dass nun das Gekritzel ja erst recht ok wäre, da sie ja schließlich für die Toiletten zahlen.
Ich habe mal einen Bericht im Fernsehen gesehen, wo Schüler an ihrer Schule die Toiletten selbst gestalten durften. Und schon war Schluss mit der Schmiererei, da die Schüler mit ihrem Werk sehr zufrieden waren und die Toiletten und die “Kritzelschüler” mit Argusaugen beobachteten.
So weit man der Berichterstattung, auch im Fernsehen, entnehmen konnte, betrifft der Bezahlbereich nur einen Teil der Toiletten an dieser Schule. Schon diese Unterscheidung ist ein Unding, denn wer keine 5 Cent hat oder zahlen will, besucht eben den nicht kontrollierten Bereich. Zwei-Klassen-Klo in der Schule!
In der Tat stellt sich auch die Frage, welcher Art wohl die Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt dieser 1-Euro-Kräfte sein sollte. Türsteher (an Toiletten!!!) und Wischkraft jetzt als Lehrberuf?
Das Ganze ist ein Witz – aber ein SEHR schlechter!
Nicht die Linke hat sich als Schmuddel-Partei disqualifiziert, sondern die Erfinder dieses Unsinns als elitär – elitär asozial!
Wie wärs, wenn man, wie früher mal, einfach für genug ordentlich bezahltes Personal im Bereich Hausmeister und Putzkräfte an Schulen sorgen würde (von Lehrern, die fehlen, und Aufsichten reden wir hier besser erst gar nicht)? Oder sind diesen Herrschaften mit solchen Schnapsideen unsere Kinder so viel nicht wert?