Leise Ausstellung im Edith Ruß Haus für Medienkunst
Obwohl der Kultursommer ja so viel wichtiger ist, möchte ich doch auf eine Ausstellung aufmerksam machen, die unaufdringlich und leise ist, aber doch ungewöhnliche neue Blicke auf das Medienkunstgeschehen ermöglicht.Mit KORPYS / LÖFFLER_CORINNA SCHNITT werden während der Sommermonate zwei individuelle künstlerische Positionen auf den beiden Etagen des Ausstellungshauses vorgestellt:
Das Künstlerduo Andree Korpys und Markus Löffler arbeitet mit Videofilmen, Fotografien, Zeichnungen und Installationen, in denen sie dokumentarische und fiktive Elemente zu neuen Erzählungen kombinieren,
Korpys / Löffler, Für ein Leben nach dem Tod, 2006
In ihren medialen Inszenierungen stellen Korpys / Löffler assoziative und inhaltliche Bezüge zu realen gesellschaftspolitischen Themenfeldern her, wobei ihr Blick zumeist auf Nebensächlichkeiten und Details zielt. So stellen sie die Inszenierungen der uralten Institution Kirche und ihrer Macht anhand von Events des Papstes Johannis Paul II mit einem ungewöhnlichen Blick auf die wartenden und arbeitenden Journalisten und scheinbarer Nebensächlichkeiten dar, die ins Zentrum der Arbeit rücken und damit einen neuen Blick auf diese Events erlauben
Corinna Schnitt, Stipendiatin des Edith-Ruß-Hauses im Jahr 2006, seziert in ihren Videoarbeiten Beziehungen zwischen Mensch und Gesellschaft und befasst sich dabei auch mit der Frage, wie wir unsere Wirklichkeit umgestalten. Dabei erfährt die meist kleinbürgerlichen Fassade des scheinbar Alltäglichen und Banalen Irritationen, ein scharfer Blick oder eine überraschende Wendung legen unterschwellige Konflikte frei. Besonders gefallen hat mir eine Arbeit, in der das perfekte Paar vorgestellt wird. Alles an dieser Vorstellung des Paares, die vor dem perfekten Hintergrund einer Traumvilla stattfindet, scheint dem Idyll einer Kleinfamilie zu entsprechen, alles ist schön, über gelungene Kinder wird berichtet. Doch man beginnt der Idylle zu misstrauen. Und natürlich ist alles inszeniert.
In der Ausstellung sind aktuelle Videoarbeiten der Künstlerin zu sehen sowie eine für das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst entwickelte neue Videoinstallation. Schauplatz ist ein Spielplatz, der aus seinem gewohnten urbanen Umfeld isoliert erscheint. Der eigentlich vertraute Anblick wird zur unwirklichen und fremdartigen Kulisse und verweist darauf, dass hier das Kinderspiel durch Strukturen, die von Erwachsenen erdacht worden sind, gelenkt wird.
Der Ausstellungsbesuch erfordert ein bisschen Zeit um sich auf die Arbeiten einzulassen, doch die Mühe lohnt sich.
Aktualisiert am 17. Juli 2007


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Die Ausstellung habe ich auch gesehen. Sie ist wirklich interessant, aber tut euch allen einen Gefallen und nehmt eine Führung (meistens Sonntags um 15:00 Uhr)! Denn alleine steht man manchmal etwas hilflos davor und fragt sich, was soll das? Während ich bei der Führung einige Aha-Erlebnisse hatte
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