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Freitag, den 10. Februar 201201:53 Uhr

Wall Kino – Es war einmal …

28.06.2007, Beitrag von

Wall KinocenterDas Wall Kino Oldenburg galt bis vor kurzem noch als das älteste noch in Betrieb genommene Kino in ganz Norddeutschland. 1914 wurde es eröffnet. 750 Zuschauer fanden darin Platz. Von außen sah es wie ein Theater aus – von innen auch. Bis auf die Tatsache, dass es kein Theater, sondern ein Kino war, gab es keinen Unterschied. Die Einrichtung genauso elegant, wie die eines Theaters, mit einer Loge, wie man sie sich vorstellt. Nicht als Reihe “xy” irgendwo in der Mitte eines viel zu großen Kinosaals, wie es in den meisten Multiplex-Kinos angeboten wird.

Beinahe 50 Jahre war das Kino in Betrieb und ließ sich selbst durch den 2. Weltkrieg nicht zerstören. Kordeln an goldenen Ständern, vor denen die Besucher vor jeder Vorstellung warten mussten, der kleine Kiosk, in dem die Kartenverkäuferin saß: All diese Erinnerungen gehören nun der Vergangenheit an. Das Wall Kino musste schließen, weil der Vertrag nicht verlängert wurde.

Kurz nachdem der Hamburger Unternehmer Ulrich Marseille das Kino von seiner Adoptivmutter geerbt hatte, flatterte bei Detlef Roßmann, dem ehemaligen Betreiber des Wall Kinos, die Kündigung des Pachtvertrages auf den Tisch. Oldenburg hat mit diesem Kino nicht nur ein Stück Geschichte verloren, sondern auch einen Ort, an den man sich zurückziehen konnte, wenn man das Bedürfnis nach einem guten, stilvollen Film und nicht nach Block-Buster-Produktion hatte. Kein Multiplex-Kinocenter der Welt kann vermutlich mit einer derartig stilvollen und eleganten Umgebung, wie sie das Wall Kino dargeboten hat, mithalten. Ein wirklicher Verlust für Oldenburg und für alle Kino-Fans des anspruchvollen Programmkinos.

Leider kann man an diesem Verlust nichts mehr ändern. Die Frage bleibt jedoch, was aus dem Gebäude wird? Ein Museum? Eine Galerie? Eine Diskothek? Noch schlimmer wäre es jedoch, wenn das Gebäude ewig leer stehen würde. Mit dem Auszug des Kinos ging auch die Geschichte. Deshalb sollte man in die Zukunft schauen und etwas Vernünftiges mit den Räumlichkeiten anfangen: Vielleicht eine soziale Einrichtung oder etwas Kulturelles wie z.B. ein Museum? Wir sollten jedoch nicht krampfhaft an der Vergangenheit festhalten und dem Vergangenen nachtrauern, denn die Geschichte und die Erinnerungen an das einst so prunkvolle Wall Kino leben in jedem einzelnen von uns weiter!

Aktualisiert am 28. Juni 2007

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3 Kommentare zu “Wall Kino – Es war einmal …”

  1. 1 Eve - 25. Juli 2007 um 08:46 Uhr

    Wirklich traurig, dass dieses wunderbare Kino nicht mehr existiert. Schließlich verbinde ich sehr schöne Kindheitserinnerungen mit diesen Räumlichkeiten. Meinen ersten Kinofilm habe ich dort gesehen und viele weitere folgten. Auch mit meinem ersten Schwarm hat es mich in dieses Kino verschlagen. Auch wenn das Kino dichtgemacht wurde, diese schönen Erinnerungen kann mir niemand nehmen! Allerdings ist es wirklich schade, dass vieles mit Charakter einfach weichen muss, da es dem Kommerz im Wege steht!!!

  2. 2 Xenophon - 14. November 2007 um 17:37 Uhr

    Und was wird aus der ganzen Hauszeile?
    Die Gebäude gehören vermutlich alle demselben Eigentümer. Was hat er vor?
    Weiß das jemand?
    Und was hat Seine Magnifizenz Schwandner versprochen?
    Dann wüßten wir, dass das Gegenteil passiert.
    Klaus Dede(Xenopohon

  3. 3 Ole - 15. November 2007 um 09:43 Uhr

    Das würde ich auch gerne wissen. Aber scheinbar kann es sich eine Stadt wie Oldenburg leisten, eine ganze Hauszeile mitten in der Innenstadt veröden zu lassen. War nicht einmal die Rede von einem Hotel, oder betraf das die Nachbargebäude? Allerdings bekommen wir ja ein ECE, und da das auf der anderen Seite der Innenstadt liegt, wird die “Schmuddelzeile” den vielen Käufern bestimmt gar nicht weiter auffallen.

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